Bundesärztekammer-Präsident kritisiert »Wegducken« des Finanzministers

www.spiegel.de22.04.2026

Die Bundesärztekammer kritisiert die geplante GKV-Reform und fordert mehr Bundeszuschüsse, um die Kosten für Bürgergeldbezieher zu decken. Ärztepräsident Reinhardt fordert eine Steuerfinanzierung von versicherungsfremden Leistungen, da die aktuellen Pauschalzahlungen des Bundes nicht ausreichen. Er lehnt Leistungskürzungen oder höhere Beiträge für Versicherte ab und schlägt stattdessen Steuererhöhungen auf Genussmittel sowie eine Zuckersteuer vor, um die Kassen zu stabilisieren.

Landgericht Bremen: Mogeln bei Milka? Warum es vor Gericht um Schokolade geht

www.zeit.de22.04.2026

Die Verbraucherzentrale Hamburg verklagt Mondelez wegen irreführender Verpackung von Milka-Schokolade. Die Tafeln wiegen weniger, kosten aber mehr. Der Hersteller weist die Kritik zurück und verweist auf transparente Gewichtsangaben. Das Vorgehen, bekannt als "Shrinkflation", ist verbreitet. Ein Gerichtsurteil könnte abschreckende Wirkung auf andere Hersteller haben, die Gesetze fordern laut Verbraucherschützern mehr Transparenz.

Kabinett: Rentenausgleich nach Scheidung bald ohne Tricks und Fehler

www.zeit.de22.04.2026

Das Kabinett plant eine Reform des Versorgungsausgleichs bei Scheidungen. Zukünftig sollen Rentenansprüche, die bisher vergessen, verschwiegen oder übersehen wurden, nachträglich ausgeglichen werden können, um mehr Fairness zu gewährleisten. Dies betrifft auch einmalige Rentenzahlungen von Unternehmern und Betriebsrenten. Gleichzeitig soll bei geringfügigen Ansprüchen häufiger auf eine Teilung verzichtet werden. Die Überprüfung des Versorgungsausgleichs wird früher möglich, um Gerichtsverfahren vor Renteneintritt abzuschließen.

Krankenkassen: Forscherin: Kassenvielzahl nicht der Kostentreiber

www.zeit.de22.04.2026

Die viel diskutierte Reduzierung der Anzahl gesetzlicher Krankenkassen in Deutschland wird von Forschern kritisch gesehen. Gesundheitswissenschaftlerin Verena Vogt betont, dass die Verwaltungsausgaben nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten ausmachen. Die Leistungsausgaben steigen doppelt so schnell. Eine Fusion von Kassen in Österreich führte sogar zu höheren Verwaltungskosten. Aktuell gibt es 93 gesetzliche Krankenkassen, die Zahl sinkt seit Jahren. Digitale Fortschritte steigern bereits die Effizienz.

Tiere: Sie kann beißen - Nosferatu-Spinne krabbelt auch in Hamburg

www.zeit.de22.04.2026

Die Nosferatu-Spinne, ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, breitet sich aufgrund des Klimawandels bundesweit, auch in Hamburg, aus. Zwar kann sie beißen, doch die Giftwirkung ist für Menschen mit einem Wespenstich vergleichbar und harmlos. Die Spinne ist nicht aggressiv und hilfreich bei der Insektenbekämpfung. Fundmeldungen ermöglichen eine bessere Erfassung ihrer Verbreitung. Vorsichtiges Einfangen und Freilassen wird empfohlen.

Neue Verordnung: Hamborner Altmarkt in Duisburg wird Waffenverbotszone

www.zeit.de22.04.2026

Der Hamborner Altmarkt in Duisburg wird zur Waffenverbotszone. Künftig ist das Mitführen von Messern, Schlagstöcken, Elektroschockern oder Pfefferspray dort jederzeit untersagt. Dies ist eine Reaktion auf die Bekämpfung des Kriminalitätsschwerpunkts, der 2022 durch eine Auseinandersetzung bundesweit bekannt wurde. Die Zone gilt rund um die Uhr und ist eine von nunmehr sieben Waffenverbotszonen in Nordrhein-Westfalen.

Europa-Bericht: Klimawandel beeinträchtigt zunehmend menschliche Gesundheit

www.zeit.de22.04.2026

Der Klimawandel beeinträchtigt die Gesundheit in Europa massiv. Hitzetote und hitzebedingte Gesundheitswarnungen nehmen drastisch zu, ebenso wie Risiken durch Allergien und tropische Krankheiten. Trotz eines Anstiegs erneuerbarer Energien fließen weiterhin hohe Summen in fossile Brennstoffe, was die Problematik verschärft. Forscher warnen vor den gravierenden Folgen und fordern langfristige Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen.

Sachsen-Anhalt: Jüdisches Leben - zwischen Begegnung und Bedrohung

www.zeit.de22.04.2026

In Sachsen-Anhalt ist jüdisches Leben ein Spagat zwischen Offenheit und Bedrohung. Synagogen dienen als Orte der Begegnung und des Lernens, obwohl die jüdischen Gemeinden (ca. 1.200 Mitglieder) mit steigendem Antisemitismus konfrontiert sind. Die Polizei registrierte 2020-2024 fast 600 antisemitische Straftaten, wobei die Gefahrenlage seit Oktober 2023 zugenommen hat. Die Landesregierung fördert jüdisches Leben, betont dessen historische Bedeutung und sichert den Schutz jüdischer Einrichtungen. Die Gemeinden wünschen sich Dialog, Respekt und Frieden, betonen aber die Präsenz einer aggressiven Minderheit.

Umfrage: Deutsche wollen mehr Geld für Straßen – Klimaschutz verliert

www.zeit.de22.04.2026

Eine Umfrage zeigt, dass die Deutschen mehr öffentliche Ausgaben für Gesundheit und Bildung wünschen, gefolgt von Straßen, Brücken und Sicherheit. Im Vergleich zu 2021 ist die Zustimmung zu mehr Investitionen in Klima- und Umweltschutz sowie Mobilfunk deutlich gesunken. Stattdessen stiegen die Wünsche nach Investitionen in Straßen und Brücken stark an. Bei der Finanzierung sind die Meinungen geteilt, aber Ausgabenkürzungen werden mehrheitlich bevorzugt gegenüber Kreditaufnahme.

Zustand der Wale: Alle Augen auf Timmy – aber wie geht es seinen Artgenossen?

www.zeit.de22.04.2026

Der Fall eines gestrandeten Wals rückt die allgemeine Situation von Walen in den Fokus. Trotz des Verbots des kommerziellen Walfangs, der Populationen stark dezimierte, sind sie weiterhin durch Überfischung, Klimawandel, Plastikmüll und Schiffsverkehr bedroht. Die Erholung der Populationen ist schwierig nachzuweisen. Rettungsversuche sind oft fraglich. Effektive Meeresschutzgebiete, regulierte Fischerei und Müllreduzierung sind für die globale Erholung essenziell.

Brauer können mehr als Bier: Warum legen sich deutsche Brauer mit Coca-Cola an?

www.zeit.de22.04.2026

Deutsche Brauereien versuchen, den rückläufigen Bierabsatz durch die Herstellung von Cola-Mix-Getränken auszugleichen, um ihre Anlagen besser auszulasten und neue Marktsegmente zu erschließen. Der Trend, der durch attraktive Verpackungen und Nachfrage von jüngeren Generationen angetrieben wird, fordert etablierte Marken wie Coca-Cola heraus. Dieser Schritt erinnert an frühere Zeiten, als Brauereien bereits Limonadenproduktion für US-Konzerne übernahmen.

Regierungsbildung: Was CDU und SPD bei den Koalitionsverhandlungen klären

www.zeit.de22.04.2026

Die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD drehen sich um die finanzielle Lage der Kommunen und die Wirtschaftskrise. Kernpunkte sind die Ressortverteilung, insbesondere das Finanzministerium, sowie Bildungs- und Gesundheitspolitik. Während die CDU die Kommunen stärken und das Klimaschutzgesetz ändern will, setzt die SPD auf Regiokliniken. Beide Parteien müssen Kompromisse finden, da es keine alternativen Bündnisse gibt. Die Ergebnisse werden auf Parteiveranstaltungen Ende Mai abgesegnet.

Vorbereitung auf Berufsleben: Thüringer Ministerin: Ferien für Integration nutzen

www.zeit.de22.04.2026

Thüringens Migrationsministerin Beate Meißner fordert, Schulferien für die Integration von jungen Migranten zu nutzen, um Werte, Kulturen und berufliche Perspektiven zu vermitteln. Sie schlägt vor, neue Fördermöglichkeiten für solche Angebote zu schaffen und kritisiert Kürzungen des Bundes bei Integrationskursen. Meißner verlangt zudem mehr Geld und dauerhafte Finanzierung für psychosoziale Zentren zur Betreuung von Geflüchteten mit Traumata, da das Regelsystem überlastet sei.

Schulen: Erster G9-Jahrgang in Bayern startet ins Abitur

www.zeit.de22.04.2026

Der erste G9-Jahrgang in Bayern startet ins Abitur. Nach einer Umstellung von G8 erwerben rund 29.000 Schülerinnen und Schüler die Allgemeine Hochschulreife, teilweise mit neuen Prüfungsfach-Optionen. Die Kultusministerin betont individuelle Förderung und mehr Lernzeit. Die Rückkehr zu G9 erfolgte schrittweise ab 2017.

Bauernregeln zum Wetter: Eisheilige verlieren an Bedeutung - droht dennoch Spätfrost?

www.zeit.de22.04.2026

Bauernregeln zu den Eisheiligen Mitte Mai verlieren an Bedeutung. Früher warnten sie vor Spätfrösten, doch der Klimawandel und mildere Temperaturen verschieben die Frostgrenze. Wetterexperten sehen das Risiko für schwere Spätfröste nur noch als gering an und prognostizieren eher wärmeres Wetter. Hobbygärtner können laut DWD ab Anfang Mai risikobereiter pflanzen, da die Wahrscheinlichkeit für Nachtfrost unter zehn Prozent sinkt. Die Eisheiligen sind somit nur noch eine grobe Orientierung.