www.zeit.de02.06.2026
Die EU hat eine Asylreform beschlossen, die die Einrichtung von Abschiebelagern in Drittstaaten vorsieht, um Migration zu kontrollieren und die Außengrenzen zu sichern. Dies ist Teil des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS), das nach langem Streit verabschiedet wurde, um der Forderung nach stärkerer Kontrolle nachzukommen. Ziel sind schnellere Entscheidungen an den Grenzen und die Unterbringung von abgelehnten Asylsuchenden in Drittstaaten, was jedoch zweifelhaft in der Praxis ist.
www.zeit.de02.06.2026
Gespräche zwischen Israel und dem Libanon zur Beendigung des Konflikts im Libanon laufen trotz Skepsis weiter. In Washington finden Verhandlungen über einen israelischen Truppenabzug, die Stationierung der libanesischen Armee und eine Waffenruhe statt. Die Hizbollah, die Israel im Visier hat, ist nicht beteiligt und lehnt Verhandlungen sowie Entwaffnung ab. Trotz US-Vermittlung und Bemühungen um eine Waffenruhe bleiben die Aussichten ungewiss, da Israel seine Offensive fortsetzen will, solange die Hizbollah angreift.
www.spiegel.de02.06.2026
Bangladeschs Außenminister Khalilur Rahman wird neuer Präsident der UN-Vollversammlung und folgt auf Annalena Baerbock. Rahman wurde von 99 Mitgliedstaaten gewählt und übernimmt das Amt in einer Zeit, in der die UN unter Reformdruck stehen. Baerbock wurde für ihre "zupackende Führungspersönlichkeit" gelobt, zeigte sich aber frustriert über die Passivität der Vollversammlung. Rahman will sich für Reformen, Nachhaltigkeitsziele sowie Frauen und Mädchen einsetzen.
www.zeit.de02.06.2026
Donald Trump ernennt den unerfahrenen Immobilienmanager Bill Pulte zum Koordinator der US-Geheimdienste. Pulte, ein Vertrauter Trumps und als "Kampfhund" bekannt, soll die Arbeit der 18 Nachrichtendienste leiten. Kritiker halten ihn für ungeeignet, während Trump auf dessen vermeintliche Erfahrung in Sicherheitsfragen verweist. Pulte tritt die Nachfolge von Tulsi Gabbard an.
www.zeit.de02.06.2026
Im ersten Quartal 2024 wurden in Brandenburg 584 rechtsextreme Straftaten registriert, darunter häufig Delikte wie Volksverhetzung und Sachbeschädigung. Auch 14 Gewalttaten zählen zu den erfassten Fällen. Die SPD kritisiert die anhaltend hohe Zahl als reale Gefahr für die Demokratie. Im Vorjahr sank die Gesamtzahl politisch motivierter Straftaten zwar, zwei Drittel davon waren aber rechts motiviert.
www.zeit.de02.06.2026
Deutschland bewirbt sich um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat für die Jahre 2027/2028. Außenminister Wadephul versichert vor der Abstimmung, dass Deutschland das Völkerrecht konsequent verteidigen werde. Er will damit Kritik entkräften, Deutschland habe im Gaza- oder Iran-Konflikt das Völkerrecht nicht hart genug geschützt. Deutschland tritt gegen Österreich und Portugal an, um einen von zwei Sitzen der Regionalgruppe "Westeuropa und andere" zu erhalten.
www.zeit.de02.06.2026
Angela Merkel bezeichnet Klimaschutz als "Überlebensfrage der Menschheit" und mahnt, diesen trotz anderer Herausforderungen nicht zu vernachlässigen. Sie übte bei einer Rede zum 40-jährigen Bestehen des Bundesumweltministeriums, das 1986 nach Tschernobyl gegründet wurde, auch Selbstkritik. Merkel war von 1994 bis 1998 selbst Umweltministerin.
www.spiegel.de02.06.2026
US-Präsident Trump soll Israels Premier Netanyahu in einem Telefongespräch wüst beschimpft haben, darunter mit den Worten "You're fucking crazy". Trump warf Netanyahu Undankbarkeit vor und beanspruchte, ihm geholfen zu haben. Auslöser sollen Israels Drohungen gewesen sein, Ziele in Beirut anzugreifen, während Israel seine Operationen im Südlibanon fortsetzt und es weiterhin zu Angriffen kommt.
www.spiegel.de02.06.2026
Der Kölner Landgericht verurteilte den ehemaligen Kinderfotografen Achim Lippoth wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs zu sieben Jahren Haft. Diese Entscheidung folgt auf eine Zurückverweisung durch den BGH wegen Verfahrensfehlern im ersten Urteil. Lippoth, einst renommiert, missbrauchte nachweislich mehrere männliche Kindermodels. Das Gericht wertete seine Taten als "hochgradig manipulativ". Die neue Verurteilung fällt signifikant höher aus als das ursprüngliche Urteil, welches wegen mangelnder Würdigung von Zeugenaussagen korrigiert wurde.
www.zeit.de02.06.2026
Das Auktionshaus Karl & Faber in München versteigert Mitte Juni ein bedeutendes Miró-Gemälde von 1936 aus einer Privatsammlung in Monaco. Das Werk, eine Mischung aus Öl, Teer und Sand, hat eine Schätzung von 2,0 bis 2,5 Millionen Euro. Zudem wird ein Werk von Paula Modersohn-Becker für 300.000 bis 400.000 Euro angeboten. Insgesamt kommen rund 310 Kunstwerke zur Versteigerung.
www.zeit.de02.06.2026
Ein international anerkannter Kinderfotograf wurde in Köln wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das Gericht befand ihn für schuldig, 2002 einen Zehnjährigen missbraucht zu haben, und stellte eine über Jahrzehnte ausgelebte pädosexuelle Neigung fest, bei der er seine berufliche Stellung ausnutzte. Freisprüche gab es in zwei weiteren Fällen. Eine Therapie wurde angeraten und Sicherungsverwahrung bei Rückfälligkeit angedroht. Das Urteil ist Teil einer Gesamtfreiheitsstrafe, die bereits verbüßt wird.
www.zeit.de02.06.2026
Die FDP erreicht im Forsa-Trendbarometer erstmals seit langer Zeit wieder fünf Prozent und würde somit den Wiedereinzug in den Bundestag schaffen. Dies geschah nach der Wahl von Wolfgang Kubicki zum neuen Parteichef. Die AfD bleibt mit 27 Prozent stärkste Kraft, während die Union weiter auf 21 Prozent fällt. Die Umfrage basiert auf Daten von 2.502 Wahlberechtigten, die zwischen dem 26. Mai und 1. Juni befragt wurden.
www.zeit.de02.06.2026
Ex-Kanzlerin Angela Merkel betont bei einer Feier zum 40-jährigen Bestehen des Umweltministeriums, dass der Klimawandel eine "Überlebensfrage der Menschheit" sei. Sie bedauert, dass dies angesichts anderer Herausforderungen in den Hintergrund trete und reflektiert ihre eigene Amtszeit kritisch, insbesondere im Hinblick auf das Vorsorgeprinzip. Trotzdem verteidigt sie den Atomausstieg und ist überzeugt, Klimaziele auch ohne Kernenergie erreichen zu können. Der aktuelle Umweltminister lobt die Erfolge deutscher Umweltpolitik. Das Ministerium wurde nach Tschernobyl gegründet.
www.spiegel.de02.06.2026
Das Bayerische Oberste Landesgericht hat entschieden, dass Trunkenheit am Steuer auch in Parkhäusern strafbar ist. Ein Mann mit fast zwei Promille wollte aus einem Nürnberger Parkhaus ausfahren, wurde jedoch gestoppt. Gerichte verurteilten ihn wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr und entzogen ihm die Fahrerlaubnis. Das Gericht begründet dies damit, dass Parkhäuser während der Betriebszeiten als öffentlicher Verkehrsraum gelten, selbst bei vorübergehender Sperrung der Ausfahrt.
www.zeit.de02.06.2026
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erwartet bis 2030 Schulden von rund 23 Milliarden Euro. Einem Reuters-Bericht zufolge droht bereits 2026 ein Defizit von über acht Milliarden Euro, erheblich mehr als ursprünglich geplant. Ursache ist die schwache Arbeitsmarktlage, die die BA zwingt, zur Schließung der Lücke Bundesdarlehen aufzunehmen, sollte der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung nicht steigen.