Datum12.07.2026 07:54
Quellewww.spiegel.de
TLDRIm WM-Viertelfinale zwischen England und Norwegen sorgte ein potenzieller Ballkontakt mit einem Kamerakabel vor dem englischen 1:1 durch Bellingham für Diskussionen. Norwegen protestierte, die FIFA wies den Einwand aufgrund fehlender Sensor-Daten im Ball zurück. Der Chip im Ball zeigte keine Berührung an. Schiedsrichterexperten sehen darin eine klare Tatsachenentscheidung, die bestehen bleibt, da kein Einfluss auf das Spielgeschehen nachweisbar war.
InhaltEnglands Jude Bellingham traf im Viertelfinale zum 1:1 gegen Norwegen. Kameraaufnahmen legen nahe, dass der Ball zuvor ein TV-Kabel berührt hat. Die Fifa wiegelt ab, der Ärger ist groß. Ein Kamerakabel hat beim dramatischen Sieg der Engländer im WM-Viertelfinale gegen Norwegen für reichlich Diskussionen gesorgt. Hatte der Ball vor dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Jude Bellingham etwa ein in der Luft gespanntes Kabel berührt und dadurch seine Richtung verändert? Die Norweger beklagten sich, der Fußball-Weltverband verwies beim dramatischen 2:1 nach Verlängerung der Three Lions in Miami auf seine Technik. Die Daten würden nicht belegen, dass der Ball vor dem Treffer des früheren Dortmunders Bellingham (45.+2 Minute) das Kamerakabel berührt hätte, teilte die Fifa noch während des Spiels bei X mit. Der Sensor im Ball, der auch bei der Bewertung möglicher Handspiele helfen soll, habe keinen Ausschlag angezeigt. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Durch den eingebauten Chip lässt sich genau erfassen, wann und mit welcher Stärke der Ball berührt wird – auch für die Zuschauerinnen und Zuschauer am Bildschirm wird das mit einer Grafik visualisiert. Ein Abstoß von Norwegens Torhüter Örjan Nyland war bei Englands Anthony Gordon gelandet, dieser hatte dann Bellinghams Treffer vorbereitet. Die Skandinavier hatten sich daraufhin beim französischen Unparteiischen Clément Turpin beschwert und reklamiert, dass der Ball das Kabel berührt habe. Seine Spieler seien von der Szene verwirrt gewesen, sagte Norwegens Trainer Stale Solbakken. Das Tor zählte. In der Verlängerung erzielte Bellingham auch noch Englands Siegtreffer (93.). Für Norwegen hatte Andreas Schjelderup (36.) getroffen. "Der Schiedsrichter hat gesagt, er hat es nicht gesehen und keine Information bekommen. Und da die Fifa sagt, es gab keine Berührung, dann kann er wohl nichts machen", erklärte Solbakken. "Aber der Ball fiel gerade herunter direkt vor unserer Bank. Ich selbst habe es nicht gesehen, dass das Kabel berührt wurde, aber unsere Bank reagierte sofort. Es ist eigentlich eine klare Sache." Auch Englands deutscher Coach Thomas Tuchel wurde auf die Szene angesprochen. "Ich meine, da ist ein Chip im Ball, der dir sagt, wenn er ein Haar berührt", sagte der 52-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Sollte der Ball gegen einen Gegenstand prallen, der nicht zum Spiel oder Spielgeschehen gehört, ist ein Schiedsrichterball vorgesehen, erläuterte Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich bei MagentaTV. Dies gelte aber nur, wenn es einen Einfluss auf das Spielgeschehen gehabt habe. Dies sei jedoch nicht festzustellen gewesen. So lag aus Sicht des früheren Bundesliga-Referees keine Fehlentscheidung vor. Es sei eine Tatsachenentscheidung, und die bleibe bestehen.