Datum12.07.2026 06:10
Quellewww.zeit.de
TLDRDie DLRG meldete im Juni bundesweit mindestens 99 Badetote, die höchste Zahl seit 2003. Über 90% der Ertrunkenen waren Männer, die meisten unter 30 Jahren. Dies unterstreicht die hohe Zahl an Opfern, insbesondere junger Männer, während einer Hitzewelle. Die DLRG mahnt zur realistischen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und zur Beachtung von Baderegeln, um Risiken in Seen und Flüssen zu minimieren.
InhaltIm vergangenen Monat sind bundesweit so viele Menschen ertrunken wie seit 2003 nicht mehr in einem Juni. Fast alle waren Männer, ein Großteil unter 30 Jahren alt. Während der Hitzewelle im Juni sind bundesweit so viele Menschen ertrunken wie seit mehr als 20 Jahren in keinem Juni mehr. Mindestens 99 Menschen ertranken in dem Monat, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mitteilte. Zuletzt waren im Sommer 2003 mit 107 verunglückten Menschen mehr Badetote im Monat Juni gezählt worden. DLRG-Präsidentin Ute Vogt sprach von einem "tragischen Start in die Badesaison". Die Lebensretter riefen zum Beginn der Sommerferien in mehreren Bundesländern dazu auf, Gefahren am Wasser nicht zu unterschätzen. Der Verein ist nach eigenen Angaben die größte Wasserrettungsorganisation der Welt mit knapp 630.000 Mitgliedern. Nach Angaben der DLRG waren mit mehr als 90 Prozent die meisten Ertrunkenen im Juni Männer. "Wir appellieren deshalb besonders an Jungen und Männer, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf riskante Aktionen zu verzichten", sagte Vogt. 2025 waren vier von fünf Ertrunkenen laut DLRG männlich. Die meisten Badetoten gab es im Juni den Angaben zufolge in Nordrhein-Westfalen. Allein dort ertranken 22 Menschen. Auch waren die meisten Badetoten jung. 40 von ihnen seien nicht älter als 30 Jahre gewesen. Die meisten tödlichen Badeunfälle ereigneten sich in Seen und Flüssen – in Schwimmbädern, in Kanälen und im Meer ertranken weniger Menschen. Viele hätten die Gefahren unterschätzt, vor allem die Strömung und den Temperaturunterschied beim Sprung ins Wasser. Auch Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flaches und trübes Gewässer sowie medizinische Notfälle könnten zu Badeunfällen führen, sagte Vogt. Dazu komme, dass viele Menschen schlechte Schwimmer seien. Die DLRG rief zu Vorsicht und Aufmerksamkeit beim Baden auf und mahnte, die Baderegeln einzuhalten.