Verkehrsprojekt: Die neue Rader Hochbrücke: Meilenstein für ein Mammutbauwerk

Datum12.07.2026 05:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Abschnitt des Mittelstücks der neuen Rader Hochbrücke der A7 über den Nord-Ostsee-Kanal ist ein wichtiger Fortschritt. Die 1.500 Meter lange Brücke wird bis Ende des Jahres teilweise für den Verkehr freigegeben. Der Neubau ist notwendig, da die alte Brücke starken Verschleiß aufwies. Nach Fertigstellung der ersten Hälfte Ende 2024 beginnt der Abriss der alten Brücke, bevor 2028 der Bau der zweiten neuen Brückenhälfte startet. Die neue Brücke bietet jeweils drei Fahrstreifen pro Richtung.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Verkehrsprojekt“. Lesen Sie jetzt „Die neue Rader Hochbrücke: Meilenstein für ein Mammutbauwerk“. Die neue Rader Hochbrücke der Autobahn 7 über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg steht vor einem wichtigen Lückenschluss: Am Mittwoch soll das Mittelstück der ersten Brückenhälfte in 50 Metern Höhe eingesetzt werden. Das teilte die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) mit. Ende des Jahres sollen die ersten Autos über die neue Brücke rollen, hieß es. "Das ist ein absoluter Meilenstein für uns", sagte Deges-Sprecher Ulf Evert der Deutschen Presse-Agentur. "Eine Brücke über 1.500 Meter zu bauen, und das bei laufendem Verkehr, das ist eine Meisterleistung, auf die wir alle stolz sein können." Am Dienstag soll das 118 Meter lange und 1.250 Tonnen schwere Mittelstück nahe der Brücke auf einen Ponton geladen werden. Tags darauf soll es von Kränen in die Lücke gehoben und eingepasst werden. In den kommenden Monaten werden dann die Fahrbahnen fertiggestellt und die Schutzwände montiert.  Der Neubau war notwendig geworden, nachdem Experten im Sommer 2013 bei einer Routineprüfung starken Verschleiß an den Betonelementen festgestellt hatten. Die Brücke musste danach zum Teil für Lastwagen gesperrt werden. Sachverständige bescheinigten eine Restnutzungsdauer nur noch bis zum Jahr 2026. Daraufhin wurde der Neubau beschlossen. Im April 2023 wurde der Bau der neuen Brücke, die in zwei Teilen gebaut wird, in Angriff genommen. Wenn wie geplant Ende des Jahres der Verkehr auf die neue Brückenhälfte umgeleitet wird, soll der Abriss der alten Brücke beginnen. Die Aufträge dazu würden jetzt ausgeschrieben, erklärte Evert. Die Hauptarbeit des Abrisses erfolge im kommenden Jahr.  2028 soll an gleicher Stelle mit dem Bau der zweiten Brücke begonnen werden - direkt neben der dann bereits genutzten ersten Brückenhälfte. Sie solle bis 2031 fertig werden. "Voraussetzung dafür ist die durchgehende, bedarfsgerechte Finanzierung", sagte der Deges-Sprecher.  Die Rader Hochbrücke führt die A 7 östlich von Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal und die Borgstedter Enge. Das knapp 1.500 Meter lange Bauwerk war 1972 für den Straßenverkehr freigegeben worden. Bisher hatte die alte Hochbrücke zwei Fahrstreifen in beide Fahrtrichtungen.  Auf der neuen Brücke werden jeweils drei Fahrstreifen zur Verfügung stehen - wie dann auf der gesamten Strecke zwischen der Anschlussstelle Büdelsdorf und dem Autobahnkreuz Rendsburg. Die Gesamtlänge der Baumaßnahme beträgt nach Deges-Angaben 5,3 Kilometer. Auf insgesamt 6,9 Kilometern werden Lärm- und Windschutzwände errichtet. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen zeigte sich von Planung und Umsetzung begeistert: "Die Deges hat dieses Riesenprojekt von der ersten Minute an nicht nur hochkompetent geplant und umgesetzt, sondern es befindet sich nach wie vor auch im Zeit- und Kostenplan. Hieran sieht man: Deutschland kann nach wie vor Großprojekte", erklärte er auf Anfrage. Die A7 sei eine wichtige Transitverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien. Nun komme es darauf an, zügig weiterzubauen, meinte der Kieler Verkehrsminister. "Denn diese Kanalquerung entlang der A7 ist nicht nur für zigtausend Pendlerinnen und Pendler sowie die Wirtschaft in Norddeutschland elementar, sondern angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa auch strategisch." © dpa-infocom, dpa:260712-930-371617/1