Datum12.07.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Juni ertranken in Berlin sechs Menschen, darunter vier jugendliche Männer. Bundesweit starben im Juni 99 Menschen, die meisten davon männlich und viele jünger als 30. Die DLRG warnt vor Selbstüberschätzung, Strömungen und zu geringen Schwimmkenntnissen. Sie appelliert besonders an junge Männer, Risiken zu meiden, und empfiehlt das Baden an bewachten Orten sowie nüchtern und nicht überhitzt ins Wasser zu gehen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bilanz der Badetoten“. Lesen Sie jetzt „Sechs Menschen im Juni in Berlin ertrunken“. Im Juni sind in Berlin der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zufolge sechs Menschen ertrunken. Fünf der sechs Ertrunkenen waren Männer, vier von ihnen im jugendlichen Alter, teilte der DLRG-Landesverband Berlin mit. Ein Mann war 89 Jahre alt, das Alter der Frau war nicht bekannt. Die Opfer starben laut DLRG Berlin im Schlachtensee, an der Krummen Lanke, im Urbanhafen, in der Spree, in der Dahme und im Kanal am Nordufer. Ein Jahr zuvor, im Juni 2025, waren drei Menschen ertrunken. Bundesweit zählte die DLRG im Juni 99 Ertrunkene, so viele wie seit 2003 nicht mehr. Damals ertranken 107 Menschen. Rund 90 Prozent der Todesopfer waren männlich. 40 der Ertrunkenen waren jünger als 30 Jahre, 35 älter als 50 Jahre. Allerdings war nicht in allen Fällen das Alter bekannt. DLRG-Präsidentin Ute Vogt mahnte zur Vorsicht: "Wir appellieren (...) besonders an Jungen und Männer, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf riskante Aktionen zu verzichten. Es gibt im Badesee keinen Preis zu gewinnen - aber das Leben zu verlieren." Viele Menschen unterschätzen Gefahren, vor allem bei Strömungen und Temperaturunterschieden, so die DLRG. Außerdem könnten viele nicht ausreichend gut schwimmen oder überschätzten ihre Fähigkeiten. Ein weiterer Faktor seien Sprünge ins flache und trübe Wasser sowie medizinische Notfälle. Die DLRG empfiehlt unter anderem, nur an bewachten Badestellen ins Wasser zu gehen, nicht überhitzt hineinzuspringen und nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss schwimmen zu gehen. Kinder müssen immer beaufsichtigt werden. In Berlin betreibt die DLRG 26 Stationen an der Ober- und Unterhavel und am Müggelsee. Sie sind von Mai bis Oktober an den Wochenenden und an Berliner Feiertagen von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr besetzt. Alle Rettungsschwimmer sind ehrenamtlich tätig. © dpa-infocom, dpa:260712-930-371359/1