VW-Konzern: Volkswagen-Chef Blume prüft Alternativen zu Werksschließungen

Datum12.07.2026 00:37

Quellewww.zeit.de

TLDRVW-Chef Blume sucht Alternativen zu Werksschließungen, da die Produktion bis 2030 um eine Million Fahrzeuge sinken soll. Dies bedroht zehntausende Arbeitsplätze in vier deutschen Werken. Blume verweist auf Erfolge bei Kostensenkungen und die neue Elektroflotte, äußert aber auch Sorgen angesichts der unsicheren Weltlage. Ein geplanter Umbau von Blume stieß im Aufsichtsrat auf Widerstand; Gespräche werden fortgesetzt. Arbeitnehmervertreter und Niedersachsen haben dort eine Mehrheit.

InhaltZehntausende Arbeitsplätze sind in deutschen VW-Werken in Gefahr. Der Konzern will seine Produktionskapazität bis 2030 um eine Million Fahrzeuge senken. Im Ringen um die Zukunft von zehntausenden Arbeitsplätzen bei Volkswagen sucht Konzernchef Oliver Blume nach eigenen Angaben nach Auswegen aus der drohenden Schließungswelle von Werken. "Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen", sagte Blume der Bild am Sonntag. Ein Sparprogramm an den deutschen Produktionsstandorten zeigt laut Blume bereits Wirkung: "Unsere Fabrikkosten in Deutschland konnten wir allein im vergangenen Jahr um durchschnittlich 20 Prozent verbessern. Ein starker Fortschritt." Hoffnung mache zudem die neue Elektroflotte. Sorgen bereitet dem VW-Chef die Weltlage: "Unser Umfeld war noch nie so anspruchsvoll und risikobehaftet wie heute. Geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, Regulatorik, Marktumbrüche und intensive Konkurrenz." Konzernchef Blume will die Produktionskapazität bei VW bis 2030 um eine Million ‌auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr ​drücken. Das könnte vier Werke überflüssig machen: Zwickau und Emden, ⁠das Audi-Werk ​in Neckarsulm und das Nutzfahrzeug-Werk ‌in Hannover. In diesen vier Fabriken arbeiten 40.000 Menschen. Bei einer Aufsichtsratssitzung am Donnerstag waren die Pläne des Konzernchefs für einen grundlegenden Umbau des Wolfsburger Autobauers auf Widerstand gest0ßen. Blumes "Zukunftsplan", mit dem er den Mehrmarken-Konzern aus der Krise führen will, sei dort abgelehnt worden, sagten zwei mit den Beratungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die ​Gespräche sollen nach der Sommerpause fortgesetzt werden. Die Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen haben im Aufsichtsrat ⁠eine Mehrheit.