Harry Kane: Harry Kane hat das Rutte-Diplom

Datum11.07.2026 21:58

Quellewww.zeit.de

TLDREngland trifft auf Norwegen bei der WM unter extremen Wetterbedingungen. Harry Kane kommentierte sein Treffen mit Donald Trump. Die Schweiz feiert ihren unerwarteten Einzug ins WM-Viertelfinale, was als "Sommernachtsmärchen" gefeiert wird. Erling Haaland ist die prägende Figur der WM. Verhandlungen zwischen Jürgen Klopp, seinem Management und dem DFB über die Rolle als Bundestrainer und Werbebotschafter für Red Bull laufen.

InhaltDer englische Kapitän hat von Mark Rutte gelernt, wie man über Donald Trump spricht. Und die Schweiz feiert ihr Sommernachtsmärchen. Alles Wichtige zum WM-Abend Wenn Ihr Biorhythmus Ihnen nach vier WM-Wochen noch ein bisschen was bedeutet: England gegen Norwegen (23 Uhr, Miami, MagentaTV). Erwartet werden beim Duell der beiden nördlichst gelegenen Nationen, die noch dabei sind, 33 Grad Celsius. Anfühlen wird es sich wegen der hohen Luftfeuchtigkeit aber eher wie 41 Grad, schreibt die US-Wetterbehörde. Schön, das kennen beide Teams mittlerweile von zu Hause. Zusätzlich warnt die Behörde vor Stürmen. Und nein, nicht Stürmern wie Erling Haaland oder Harry Kane.  Die beiden Torjäger liegen ein beziehungsweise zwei Tore hinter Kylian Mbappé und Lionel Messi (je acht Tore), und beide stellen die jeweils andere Mannschaft vor die entscheidende Frage: Wie halten wir den auf? Englands Thomas Tuchel sagte über seinen Kapitän Kane jedenfalls, der sei in der Form seines Lebens. Doch der musste gerade Stellung zu einem anderen Sportausflug nehmen, einem Golftrip. Vor eineinhalb Jahren spielte er in Palm Beach eine Runde mit Donald Trump, was "ziemlich surreal" gewesen sei, sagte Kane nun, und: "Er spielt ziemlich gut. Ich hoffe, ich kann in seinem Alter auch noch so spielen." Falls es wieder nichts wird mit dem Titel für England, bleibt Kane immerhin das Mark-Rutte-Diplom, das er offenbar bereits erworben hat. Oder war es ein Trick, um Trump im Fall der Fälle zum Hörer greifen zu lassen? So oder so: Wir beobachten dich, Harry. Alles, was die Schweiz ausmacht (schreibt unser Schweizer Büroleiter Matthias Daum). Zum ersten Mal seit 1954 steht die Schweiz wieder in einem WM-Viertelfinale. Die Euphorie ist, gemessen an der sonstigen Schweizer Nüchternheit, nun ja, gipfelhoch. Junge Basler Männer versprechen der deutschen ARD oberkörperfrei ins Mikrofon, sich ein Schweizer Kreuz auf die Brust zu tätowieren und sagen: "Die Schweiz ist das beste Land der Welt." Der Schweizer Comedian Charles Nouveau sagte: "Die einzige Teilung, die es im Land noch gibt, ist die zwischen jenen, die für den Match aufstehen – und jenen, die gar nicht schlafen gehen." Die Schweizer Fahne im öffentlichen Raum sei endgültig enttabuisiert, Fragen nach der Herkunft der Spieler würden (zumindest bislang) als Beleg für die Schweizer Erfolgsgeschichte debattiert. Kommt Ihnen das als Sommermärchen-Zeitzeugin verdächtig vor? Kein Zufall, sagen die Kollegen des Tagesanzeigers: Die Schweiz lernt sich gerade neu kennen und erlebt ein eigenes "Sommernachtsmärchen". Dabei wurde "Sommermärchen" nach der erfolgreichen Heim-EM der Frauen im vergangenen Jahr bereits zum Wort des Jahres gekürt. Wenn Ihnen das alles zu emotional wird, Ihnen gerade fast das Brot ins Fondue gefallen wäre und Sie vor Schreck drauf und dran sind, den Rütlischwur zu vergessen, beruhigen Sie sich mit diesen Antworten von Schweizer Prominenten. Die wurden gefragt, was sie im Fall des WM-Sieges (!) machen würden, und ihre Antworten könnten schweizerischer nicht sein: Erling Haaland. Klar kennen Sie den! Aber würden Sie auch so weit gehen wie mehr als 1.000 peruanische Eltern? 486 Neugeborene haben zuletzt den Namen "Haaland" bekommen, 91 von ihnen sogar "Erling Haaland". Alle hier mitlesenden Eikes, Ebbes und die 20 britischen Jugendlichen, die nach der Meisterschaft von Manchester United 2007 Ronaldo getauft wurden, geben sicher gerne Einblicke in so ein Leben mit fußballerischem Namenspatron. Haaland ist jedenfalls die prägende Figur dieser WM. Er ist "größer, schneller, stärker – und lustiger", wie mein Kollege Matthias Kirsch schreibt. Außerdem: Seine Tore sind unnachahmlich. Weil er trifft, selbst wenn sich, wie gegen Brasilien, zwei der besten Innenverteidiger der Welt um ihn kümmern. Die Mutter war Siebenkämpferin, der Vater erfolgreicher Profistürmer. Gab schon schlechtere Chromosomenpaarungen. Ihr Sohn setzt unter anderem auf Rotlichttherapie, eine Blaulichtbrille zum Einschlafen und Rindersteaks, Rinderherz und Rinderleber zum Mittagessen. Das Ergebnis: ein dauergrinsender Norweger. Falls Sie selbst noch auf der Suche für die Glücksformel sind. Sich überlegen, wie sie zu Red Bull stehen. Mehr als vier Stunden sollen Jürgen Klopp, sein Berater Marc Kosicke, der DFB-Präsident Bernd Neuendorf und der DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke in der vergangenen Nacht in New York verhandelt haben. Unterschriften gibt es noch nicht zu verkünden, der DFB teilte mit, er habe sich mit Klopp über wesentliche Eckpunkte verständigt. Kommende Woche wird weiter verhandelt, Red Bull muss noch zustimmen.  Und da beginnt das Problem. Stimmen weitere Berichte, soll Jürgen Klopp nicht nur der neue Bundestrainer werden. Sondern auch gleichzeitig Werbebotschafter für seinen bisherigen Arbeitgeber, den Brausehersteller aus Österreich, bleiben. Das wäre, man muss es einmal so sagen, verrückt. Wie würde man zum Beispiel über Nominierungen und Aufstellungen von Klopp reden, wenn er einen Spieler von RB Leipzig einem von Eintracht Frankfurt vorziehen würde? Man muss außerdem kein wütender Fußballultra sein, um an den Tricksereien von Red Bull einiges kritikwürdig zu finden. Den RB-Werbebotschafter, der sich auch um die Nationalmannschaft kümmert, fänden viele zurecht irgendwie bizarr. Das Amt des Bundestrainers zählt zu den bedeutendsten des Landes, muss man sich dabei wirklich noch weiterhin von jemand anderem bezahlen lassen? Verhandelt Klopp Red Bull mit in seinen Deutschlandvertrag, wäre das mit Eigentor noch nett umschrieben. Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger sagte, das sei ein absolutes No-Go.