Datum11.07.2026 20:42
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Bahnstrecke Düsseldorf-Köln ist nach einem Böschungsbrand bei Leverkusen wieder freigegeben. Der Zugverkehr kann laut Bahn ohne Einschränkungen laufen. Ursache war ein mutmaßlicher Brandanschlag auf Signalkabel, woraufhin der Staatsschutz ermittelt. Eine linksextremistische Gruppe hat die Tat unter dem Namen "Kommando Angry Birds" für sich beansprucht und als Motiv die "technologische Eskalation" genannt. NRW-Innenminister Reul verurteilte die Tat als gezielte Sabotage.
InhaltSeit Freitag war die Bahnstrecke bei Leverkusen wegen mutmaßlicher Sabotage gesperrt, nun sollen die Züge wieder ohne Einschränkungen fahren. Der Staatsschutz ermittelt, ob das Feuer absichtlich gelegt wurde. Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag ist die seit Freitag gesperrte Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln wieder freigegeben. Der Zugverkehr rollt nach Angaben der Deutschen Bahn wieder ohne Einschränkungen. Am Freitagvormittag hatte die Böschung zwischen Langenfeld und Leverkusen laut Bahn an zwei Stellen gebrannt. Die Feuerwehr löschte die Brände, das Feuer beschädigte jedoch mehrere Signalkabel, sodass auf dem Abschnitt keine Züge fahren konnten. Die Deutsche Bahn schloss die Reparaturarbeiten an den zahlreichen beschädigten Kabeln nach eigenen Angaben am frühen Samstagabend ab. Fachleute hätten seit Freitag durchgehend daran gearbeitet, die Schäden so schnell wie möglich zu beheben. Die Bahn bedauere die mit der Sperrung verbundenen Einschränkungen für die Reisenden. Aus Sicherheitskreisen verlautete, es werde ein Sabotageakt vermutet. Das vermeldete die Nachrichtenagentur dpa. Ein technischer Defekt gelte als wenig wahrscheinlich. Der Staatsschutz der Kölner Polizei hatte bereits am Freitag die Ermittlungen übernommen. Es werde untersucht, ob strafrechtliches Handeln vorliege und das Feuer absichtlich gelegt worden sei, hatte ein Polizeisprecher gesagt. Auf der linken Plattform indymedia.org tauchte ein mutmaßliches Bekennerschreiben auf. Das Schreiben wurde mit dem Namen der Gruppe "Kommando Angry Birds" veröffentlicht. Darin schreibt die Gruppe, dass sie verantwortlich "für die Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen" sei. Es seien Brandsätze in einem großen Kabelschacht an der nordöstlichen Ecke der Wupperbrücke und in einem schmaleren Schacht deponiert worden. Als Motiv für den Anschlag wurde ein "Massensterben" durch die "technologische Eskalation" genannt, das aufgehalten werden müsse. In Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass das Schreiben echt ist. Die linksextremistische Gruppe "Kommando Angry Birds" hatte vor etwa einem Jahr auch einen Anschlag auf die Bahnhauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg für sich reklamiert. Auch dort waren im Juli 2025 Brandsätze gezündet worden. Tagelang war die wichtige Bahnstrecke gesperrt. "Solche Taten sind kein Protest, sondern gezielte Sabotage", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zu dem Brandanschlag. Das treffe den Alltag vieler Menschen und nehme "Kollateralschäden" billigend in Kauf.