Sennheiser Momentum 5 im Test: Dieser Kopfhörer hat kein Mindesthaltbarkeitsdatum

Datum11.07.2026 19:37

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Sennheiser Momentum 5 zeichnet sich durch Langlebigkeit und Nachhaltigkeit aus. Das schlanke Case und austauschbare Ohrpolster sowie Akku erweitern die Lebensdauer. Seine Geräuschunterdrückung ist exzellent, die Akkulaufzeit mit bis zu 57 Stunden überragend. Der Klang wird als angenehm und detailreich beschrieben, mit Anpassungsmöglichkeiten über die App. Er positioniert sich als idealer Reise- und Alltagsbegleiter, auch im Vergleich zu teureren Alternativen.

InhaltDer neue Momentum 5 soll die Umwelt besser ruhig stellen können als sein Vorgänger. Vor allem aber soll er länger halten. Klingt das auch gut? Manchmal sind es die kleinen Dinge. Bei Sennheisers Momentum 5 ist es das Case, das gleich beim Auspacken einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Verglichen mit den Trageboxen von vielen Konkurrenzmodellen ist es ungewöhnlich schlank. So nimmt es im Rucksack oder in der Reisetasche weniger Platz weg. Sein Clou ist jedoch eine Einbuchtung auf der Rückseite, die wie ein Tragegriff funktioniert. Eine minimale Designänderung mit maximaler Wirkung. Dieser Text enthält mit dem Hinweis "Anzeige" gekennzeichnete Affiliate-Links, über die der Verlag, aber nie der Autor individuell, bei Verkäufen eine geringe Provision vom Händler erhält. Shop-Links auf SPIEGEL.de – Fragen und Antworten Mehr für die Langlebigkeit tun andere Merkmale. Etwa die mit einem beherzten Handgriff abnehmbaren Ohrpolster, die sich leicht austauschen lassen, wenn sie verschlissen sind. Für das Vorgängermodell kostet ein Paar beim Hersteller 30 Euro, spezielle Polster für den Momentum 5 sind bislang nicht erhältlich, Kopfpolster gar nicht. Für eine lange Lebensdauer ist es womöglich noch wichtiger, dass sich auch der Akku mit wenigen Handgriffen austauschen lässt. Passende Akkus hat Sennheiser bisher nicht im Angebot, aber noch ist das auch nicht nötig. Erst wenn der Stromspeicher nach ein paar Jahren nicht mehr volle Leistung bringt, lohnt sich der Wechsel. Dafür muss man dann nur das Ohrpolster der linken Ohrmuschel abnehmen und vier kleine Kreuzschlitzschrauben lösen. Sennheiser kommt damit einer EU-Verordnung zuvor: Ab Februar 2027 müssen Batterien in vielen Elektrogeräten leicht austauschbar sein. Das kann man als vorbildlich betrachten oder einfach als vorauseilenden Gehorsam. Gut im Sinne der Verbraucher ist es allemal. Einen Kopfhörer, für den man laut Preisliste 400 Euro bezahlen muss, möchte man ja gern ein paar Jahre länger benutzen. Dafür muss man sich zunächst mit dem Design anfreunden. Der Momentum 5 hat den typischen Sennheiser-Look, der stark von Kunststoffen dominiert wird. Konkurrenten wie Sony machen es nicht anders, Plastik spart Gewicht. Dabei ist der neue Sennheiser mit, laut Küchenwaage, 290 Gramm nicht sonderlich leicht. Unser Testgerät im Farbton Weiß und mit beigefarbener Textilbespannung hat eine sehr konservative Ausstrahlung. Die Version im jeansblauen Denim sowie das schwarze Modell wirken schicker. Beim Tragekomfort gibt es nichts zu meckern. Die weich gepolsterten Ohrmuscheln liegen angenehm an. Das dicke Polster verteilt das Gewicht gut auf Kopf und Ohren. Das konnten wir im Test auch über mehrere Stunden gut aushalten. Die großen glatten Außenflächen der Ohrmuscheln machen es leicht, etwa die Lautstärke zu regeln, Songs zu überspringen oder etwa mit einem Doppeltipp den Transparenzmodus zu aktivieren. Bluetooth-Kopfhörer / Over-Ear / kabellos / kabelgebunden / Hi-Res Audio Wireless / Bluetooth 5.4 / Frequenzgang 20 - 15.000 Hz / Gewicht 290 g / aktive Geräuschunterdrückung / aptX HD / mit Freisprechfunktion / aptX Welche Fingergesten man für welche Funktionen verwenden möchte, kann man in Sennheisers App anpassen. Man würde ohnehin viel verpassen, wenn man die App nicht nutzt. Dort lässt sich Dolby-Atmos-Sound mit einem 8-Band-Equalizer anpassen oder anhand von Klangbeispielen ein individuelles Soundprofil erstellen. Letzteres lässt sich leider nicht in Kombination mit dem Dolby-Rundum-Sound nutzen. Dazu kommen weitere Optionen, etwa die Intensität des Transparenzmodus für Telefongespräche. Der Transparenzmodus funktioniert gut – nicht ganz auf dem Niveau der AirPods Max, aber regelbar in der Intensität. Ebenso kann man die Stärke der Geräuschunterdrückung (ANC, Active Noise Cancellation) regeln. Die wiederum arbeitet zumindest im Flugzeug sehr gut, nah an der Qualität der Systeme von Apple, Bose und Sony. Sennheiser hat da offenbar eine Gelegenheit zur Verbesserung genutzt und die Zahl der Mikrofone, von denen die ANC gespeist wird, von vier auf acht verdoppelt. Auf die Akkulaufzeit hat diese Änderung erfreulicherweise keinen Einfluss. Laut Sennheiser halten die Momentum 5 bei eingeschaltetem ANC bis zu 57 Stunden durch, bevor sie aufgeladen werden müssen. Zum Vergleich: Apples AirPods Max 2 kommen auf gerade mal 20 Stunden, Sonys WH-1000XM6 auf 30 Stunden. Bei den sogenannten Codecs, die bestimmen, in welcher Qualität man Musik in die Kopfhörer bekommt, leisten sich die Momentum 5 keine offenen Flanken. So unterstützen sie etwa mehrere Varianten von Qualcomms aptX-Standard, darunter aptX-Adaptive und aptX-Lossless. Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer dürfte das freilich irrelevant sein, weil nicht alle Android-Smartphones und kein einziges iPhone diese Codecs unterstützen. Doch genau wie den Sennheiser HDB 630 (hier unser Testbericht) kann man den Momentum 5 auch in Kombination mit dem 50 Euro teuren Bluetooth-Dongle BDT 700 verwenden. Mit dessen Unterstützung konnte ich Musik von einem iPhone aus statt mit Apples AAC-Codec mit aptX-Lossless von Qualcomm streamen. Der Unterschied ist unmittelbar hörbar. Nicht nur, weil dabei etwas Lautstärke flöten geht, sondern weil die Musik augenblicklich offener, räumlicher wirkt. Noch besser wird es nur, wenn man ihn per USB-C mit der Klangquelle verbindet. Der Momentum 5 klingt vor allem: angenehm. Er wird selten aufdringlich oder aufgeregt. Dafür klingt er aber auch selten aufregend. Er ist perfektes Easy-Listening-Material. In Supertramps "Give A Little Bit" klingen die überlagernden Gitarren ausgesprochen harmonisch. Wenn dann der Rest der Band einsteigt, treten Bass und Schlagzeug hinter den dominanten Mitten der Gitarren weit in den Hintergrund, statt einen kräftigen Aufschlag zu machen. Selbst einem Kracher wie "I Like To Move In The Midnight" von den Eagles of Death Metal nimmt der Momentum 5 die Schärfe. Was nicht heißen soll, dass er alles weichbügelt. Er klingt halt nur meist unaufgeregt, ohne dabei irgendwelche Details auszulassen. Erst im extrem nach vorn gemischten Intro von Wolf Alice’s "Smile" kommt er richtig in Stimmung und gibt Druck auf die Ohren, verliert dabei aber auch an Genauigkeit. Im direkten Vergleich ist die Basswiedergabe der Sennheiser HDB 630 bei diesem Song deutlich straffer, sie geben die Titel differenzierter wieder. Dafür kosten sie auch 100 Euro mehr, allerdings inklusive BTD-700-Dongle. Bluetooth-Kopfhörer / Over-Ear / kabellos / kabelgebunden / Hi-Res Audio Wireless / Bluetooth 5.4 / Frequenzgang 20 - 15.000 Hz / Gewicht 290 g / aktive Geräuschunterdrückung / aptX HD / mit Freisprechfunktion / aptX Der Momentum 5 lässt wenig zu wünschen übrig. Er klingt gut, er trägt sich gut, hat viele Funktionen und Optionen. Die starke Geräuschunterdrückung, das schlanke Case und die lange Akkulaufzeit machen ihn zum idealen Reisekopfhörer. Zu Hause lässt sich mit ihm wunderbar der Soundtrack zum Sonnenuntergang genießen. Oder im Homeoffice eine Videokonferenz verfolgen, ohne dass die ganze Familie mithört. Wer etwas mehr ausgeben will oder kann, bekommt mit dem HDB 630 allerdings den klareren Klang und dank eines parametrischen Equalizers mehr Möglichkeiten, diesen zu formen. Dafür ist der 630 nicht ganz so reisetauglich und konnte in der Kategorie Geräuschunterdrückung nicht ganz so überzeugen (hier unser Testbericht zum HDB 630). 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