Manhattan : US-Justiz lädt offenbar Journalisten der »New York Times« vor

Datum11.07.2026 18:14

Quellewww.zeit.de

TLDRDie US-Justiz hat mehrere Reporter der "New York Times" vorgeladen, nachdem diese über Sicherheitsbedenken bei Donald Trumps neuer Air Force One berichtet hatten. Die Zeitung spricht von einem Einschüchterungsversuch und verteidigt die Pressefreiheit. Die Journalisten sollen vor einer Grand Jury aussagen, die genauen Gründe für die Vorladung sind unklar. Diese Aktion reiht sich ein in Trumps zunehmende Auseinandersetzungen mit Medien.

InhaltDie US-Justiz hat Reporter der "New York Times" vorgeladen, wie die Zeitung berichtet. Zuvor hatte diese kritisch über Donald Trumps neue Air Force One berichtet. Mehrere Reporter der New York Times sind offenbar nach Berichten über angebliche Sicherheitsbedenken bei Donald Trumps neuer Präsidentenmaschine von der US-Justiz vorgeladen worden. Das teilte die New York Times mit. Demnach sollen die Journalisten in der kommenden Woche vor einer Grand Jury in Manhattan aussagen. In den Vorladungen sei als Begründung lediglich ein nicht näher ausgeführter mutmaßlicher Verstoß gegen das Bundesstrafrecht genannt worden. Die New York Times sprach von einem Einschüchterungsversuch: "Das Erscheinen von Bundesbeamten vor der Haustür von Nachrichtenreportern sollte das Gewissen jedes Amerikaners erschüttern, der an die Verfassung und die von ihr geschützte Pressefreiheit glaubt", teilte der Anwalt der Zeitung, David McCraw, mit. Die vier Reporter hatten in dieser Woche unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, Trump habe auf Anraten des Secret Service den Flug vom Nato-Gipfel in der Türkei zum britischen Luftwaffenstützpunkt Mildenhall aus Sicherheitsgründen noch mit der alten Air Force One absolviert. Erst dort sei er in die neue, von Katar geschenkte Maschine umgestiegen. In einem weiteren Bericht schrieb die Zeitung, das neue Flugzeug verfüge bislang nicht über sämtliche Sicherheits- und Abwehrsysteme des bisherigen Präsidentenjets. Zuvor hatte der Präsident in Ankara selbst Spekulationen über die Sicherheit des neuen Jumbojets angeheizt. Auf die Frage, warum er nicht mit der neuen Maschine abreise, hatte er geantwortet, er sei die "Nummer 1 auf der Todesliste des Iran". Trump und seine Regierung bestritten später jedoch, dass Sicherheitsbedenken der Grund für den Flugzeugwechsel gewesen seien. Der Präsident teilte stattdessen mehrfach mit, der Zwischenstopp habe dazu gedient, Militärangehörigen die neue Maschine zu zeigen. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit geht Trump verstärkt gegen Medien vor. Das Justizministerium versuchte in diesem Jahr bereits, Aussagen von Journalisten des Wall Street Journal und der Washington Post in Ermittlungen zu Enthüllungen zu erzwingen. Nach juristischem Widerstand der Medienhäuser wurden diese Vorladungen später zurückgezogen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.