Kurioser Contest: Kirschen fliegen wieder: Wer spuckt den Stein am weitesten?

Datum11.07.2026 15:47

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Witzenhausen finden jährlich die Deutschen Meisterschaften im Kirschsteinweitspucken statt. Hunderte Teilnehmer treten gegeneinander an, um den Kirschstein ausschließlich mit dem Mund und ohne Hilfsmittel so weit wie möglich zu spucken. Der Wettbewerb, der seit 1985 im Rahmen der Kesperkirmes ausgetragen wird, hat bereits Rekordweiten von bis zu 24,3 Metern erzielt. Die Veranstaltung ist tief in der Region verwurzelt, zieht aber auch Teilnehmer von weit her an.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kurioser Contest“. Lesen Sie jetzt „Kirschen fliegen wieder: Wer spuckt den Stein am weitesten?“. Wer kann den Kirschstein am weitesten spucken? Die rote Steinfrucht ist nicht nur lecker, sie dient im hessischen Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis) auch dem sportlichen Kräftemessen. Alljährlich treten dort Hunderte Kinder, Frauen und Männer im Kirschsteinweitspucken gegeneinander an.  Die Sieger dürfen sich Deutsche Meister in der Disziplin nennen. Dieses Jahr seien nach ersten Schätzungen rund 300 Teilnehmer dabei, sagte Irina Ruppel, Geschäftsführerin der Pro Witzenhausen GmbH.  Das Reglement sieht vor, dass das Spucken "ausschließlich mit dem bloßen Mund" erfolgt. "Jegliche Hilfsmittel oder Veränderungen am Kirschstein sind nicht gestattet", heißt es dort. Der verwendete Kirschstein muss aus den zur Verfügung gestellten Kirschen stammen. Jeder der Teilnehmer hat drei Spuckversuche. Es zählt nicht das erste Aufkommen, sondern der Punkt, an dem der Stein liegenbleibt.  Seit 1985 finden die Deutschen Meisterschaften im Kirschsteinweitspucken schon in Witzenhausen im Rahmen der jährlichen Kesperkirmes statt. Die Region gehört zu den wichtigsten Kirschanbaugebieten Hessens. Für den Wettkampf wurde laut Ruppel eigens eine etwa 30 Meter lange und einen Meter breite Spuckebahn auf Stelzen konstruiert.  Die Wettbewerbsteilnehmer haben in der Vergangenheit beachtliche Weiten erreicht. "Bisheriger Rekord in der Gruppe der Männer sind 24,3 Meter. Der ist ungeschlagen seit 2003", berichtet Ruppel. Bei den Frauen sei mit 18,7 Metern im vergangenen Jahr ein neuer Bestwert erreicht worden, bei der Gruppe der Kinder 2006 mit 17,8 Metern. Viele der Teilnehmer seien Wiederholungstäter, erzählt Ruppel. "Für Witzenhäuser ist das Kirschsteinweitspucken ein Muss." Aber es gebe auch Teilnehmer, die eigens für die Meisterschaft von weit her anreisten. "Wir hatten auch schon Anmeldungen aus Leipzig und Köln." Neben dem Wettkampf gibt es immer auch ein freies Spucken. "Da wird nicht gemessen, das ist Just for Fun oder zum Warmspucken."  Auch ihren - ungewöhnlichen - Skandal hat die Meisterschaft schon gehabt. 2009 waren Beobachtern bereits kurz nach dem Wettbewerb lackierte Steine aufgefallen. Weil sie runder waren, konnten angeblich größere Weiten erzielt werden. "Nach dem Fund von manipulierten Kirschsteinen in der Auslaufzone der Spuckbahn" - so lautete damals die hochoffizielle Begründung - "hat sich das Organisationskomitee entschieden, alle Einzelwettbewerbe der Meisterschaften 2009 zu annullieren." Denn die Steine seien nicht einem Spucker zuzuordnen. Aufgeklärt werden konnte der mutmaßliche Betrug nie. © dpa-infocom, dpa:260711-930-370279/1