Datum26.11.2025 04:01
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Hochschule Geisenheim präsentiert einen Leitfaden zur Schaffung von Schwammlandschaften in Hessen als Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels, insbesondere Starkregen und Dürre. Der "Praxisleitfaden Naturnaher Wasserrückhalt" umfasst 20 Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserrückhalts im Rheingau, der von 63.000 Menschen und 280 Weingütern bevölkert ist. Die Konzepte zielen darauf ab, Regenwasser zu sammeln und zurückzuhalten, während sie gleichzeitig die Biodiversität und Ästhetik der Landschaft fördern.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Klimawandel“. Lesen Sie jetzt „Wasserrückhalt mit Schwammlandschaft - Neuer Leitfaden“. Im Kampf gegen den Klimawandel legt die Hochschule Geisenheim nach eigener Aussage das wohl erste detaillierte Konzept für eine größere sogenannte Schwammlandschaft in Hessen vor. "Das ist eine notwendige Antwort auf die Folgen der Klimakrise, die mit Starkregen zum einen mit zu viel Wasser, mit Hitze- und Dürreperioden zugleich mit starkem Wassermangel verbunden ist", teilte Eckhard Jedicke, Professor für Landschaftsentwicklung, der Deutschen Presse-Agentur mit. Der "Praxisleitfaden Naturnaher Wasserrückhalt" für den Rheingau soll am Mittwochabend (26.11.) an der dortigen Hochschule Geisenheim vorgestellt werden. Für diese langgestreckte südwesthessische Region zwischen Walluf bei Wiesbaden und Lorchhausen, begrenzt von Rhein und Taunus, seien auf wissenschaftlicher Basis mit rund 15 Experten aus der Praxis etwa von Bau- und Forstämtern sowie Weinbaubetrieben 20 Maßnahmen entwickelt worden. Hintergrund sind laut Jedicke die häufigeren Starkregenfälle mit Überschwemmungen und Bodenerosion sowie die zunehmende Zahl von Dürreperioden mit Wassermangel. Hinzu kommen Bodenversiegelung, Fluss- und Bachbegradigungen. Eine Schwammlandschaft soll Regen auffangen, seinen Abfluss bremsen und Wasser verzögert wieder abgeben. Auch für Städte gibt es solche Konzepte. Eine Auswahl der Vorschläge der Hochschule Geisenheim für den Rheingau: All dies könnte dem Landschaftsentwickler Jedicke zufolge nicht nur dem Wasserrückhalt, sondern auch der biologischen Vielfalt und der Landschaftsästhetik dienen. Städte, Dörfer, Bauern, Winzer, Förster, Waldarbeiter, Bürgerinnen und Bürger – sie alle könnten zur Umsetzung des "Praxisleitfadens Naturnaher Wasserrückhalt" beitragen, erklärte der Hochschulprofessor. Im Rheingau gehe es um eine Kulturlandschaft mit rund 63.000 dort lebenden Menschen, etwa 280 Weingütern, Land- und Forstwirtschaft sowie die vielen Besucher dieser touristischen Region - sie alle brauchten ausreichend Wasser. © dpa-infocom, dpa:251126-930-341346/1