Datum16.10.2025 05:15
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Finanzminister Scott Bessent gab irrtümlich an, dass der aktuelle Haushaltssperre (Shutdown) die US-Wirtschaft bis zu 15 Milliarden Dollar pro Tag koste, während korrigierte Angaben von Beamten den Schaden auf 15 Milliarden pro Woche beziffern. Bessent schob die Schuld für den Shutdown den Demokraten zu und betonte die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft und Investitionen, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz. Er lobte zudem die Wirtschaftspolitik von Präsident Trump als förderlich für das Wachstum.
InhaltDie laufende Haushaltssperre wird für die USA extrem teuer. Doch wie teuer genau? Bei dieser Angabe lag Finanzminister Bessent weit daneben. Und das nicht nur einmal. Zumindest bei der Frage, wer denn nun schuld trägt, am gelähmten Haushalt der USA, ist man sich bei den Republikanern einig: die störrischen Demokraten. Bei den Kosten allerdings ist das Bild nicht ganz so eindeutig. Der zweiwöchige "Shutdown" der US-Regierung kostet die US-Wirtschaft nach korrigierten Angaben bis zu 15 Milliarden Dollar pro Woche. Dies teilte ein Beamter des US-Finanzministeriums am späten Mittwochabend mit. Er korrigierte damit eine frühere Aussage von US-Finanzminister Scott Bessent, der die Kosten auf bis zu 15 Milliarden Dollar pro Tag beziffert hatte. Bessent hatte die falsche Schätzung zuvor bei zwei verschiedenen Veranstaltungen verwendet und die Demokraten aufgefordert, sich den Republikanern anzuschließen, um den Haushaltsstreit zu beenden. Bessent sagte auf einer Pressekonferenz, der Shutdown gehe nun an die Substanz der US-Wirtschaft. Die Welle der Investitionen in die amerikanische Wirtschaft, auch im Bereich der Künstlichen Intelligenz, sei nachhaltig und stehe erst am Anfang. Der "Shutdown" sei jedoch zunehmend ein Hindernis. "Das Einzige, was uns hier bremst, ist dieser 'Government Shutdown'", sagte Bessent. Wie sehr die Zölle seines Chefs Donald Trump die Weltwirtschaft durcheinanderbringen, erwähnte er geflissentlich nicht. Und noch eine weitere Behauptung des Ministers dürfte in allererster Linie für die Ohren des US-Präsidenten bestimmt gewesen sein: Bei einer CNBC-Veranstaltung am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington führte Bessent den "Aufschwung in den US" auf die Politik von Präsident Trump zurück. Anreize im Steuergesetz der Republikaner und Trumps Zölle würden den Investitionsboom aufrechterhalten und für weiteres Wachstum sorgen. "Ich denke, wir können uns in einer Periode wie am Ende des 19. Jahrhunderts befinden, als die Eisenbahnen aufkamen, oder wie in den Neunzigerjahren, als wir den Internet- und Bürotechnik-Boom erlebten", sagte Bessent.