Datum11.07.2026 11:16
Quellewww.zeit.de
TLDRDas beschlossene GKV-Sparpaket führt laut Hausärzteverband zu massiven Kürzungen in den Praxen, besonders gefährdet sind dünn besiedelte Regionen. Angesichts steigender Kosten und der Notwendigkeit, mehr Patienten zu versorgen, warnt der Verband vor erheblichen Versorgungsproblemen. Kritisiert wird zudem eine unfaire Verteilung der Sparlasten, die ambulante Bereiche und Kliniken stärker trifft als Pharma- und Krankenkassen.
InhaltDas beschlossene Spargesetz werde zu massiven Einschnitten in den Praxen führen, warnt der Hausärzteverband. Vor allem dünn besiedelte Regionen könne es hart treffen. Die Hausärzte haben als Folge des beschlossenen Sparpakets für das Gesundheitssystem deutliche Einschnitte in der Versorgung angekündigt. "Wir werden jetzt massive Kürzungsprogramme in den Praxen fahren", sagte der Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Blumenthal-Beier, dem Deutschlandfunk. Bundestag und Bundesrat hatten am Freitag den Weg für das Sparpaket freigemacht. Es soll die gesetzlichen Krankenkassen entlasten und höhere Beiträge verhindern. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen für Praxen, Kliniken, Apotheken und die Pharmabranche. Das Sparpaket beschränkt außerdem kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern und verlangt höhere Zuzahlungen für Medikamente. Blumenthal-Beier kritisierte, Hausärzte müssten angesichts des demografischen Wandels und geplanter Reformen mehr Menschen versorgen. Zeitgleich stiegen die Kosten für Personal und Mieten sprunghaft an. Das sei für die Praxen nicht mehr zu schaffen. Es gebe bereits Praxen, die schon aufgrund des Gesetzentwurfes jegliche Einstellungen und Praxiserweiterungen auf Eis gelegt hätten. Von vielen Hausärzten höre er: "Wenn das kommt, da habe ich die Schnauze voll." Auch von den Bundesländern zeigt sich Blumenthal-Beier enttäuscht. Die Mehrheit der Länder habe dieses Spargesetz mitgetragen, das laut Blumenthal-Beier zu "massiven Versorgungsproblemen in dünn besiedelten Regionen" führen werde. Er hätte von den Ländern daher einen stärkeren Kampf um die Hausarztpraxen erwartet. "Wenn dieser Schritt nicht kommt, dann wird es wirklich zappenduster in der Versorgung", sagte er. Der Verbandschef kritisiert zudem die unterschiedlich starke Belastung einzelner Bereiche. Dies sei "kein faires Kürzungsprogramm". Besonders ambulante Bereiche und Kliniken seien betroffen während bei Pharmabranche und Krankenkassen nicht adäquat gekürzt werde.