Berlin: Geiselnahme in Berliner Supermarkt beendet

Datum11.07.2026 09:58

Quellewww.zeit.de

TLDREine mehr als zehnstündige Geiselnahme in einem Berliner Supermarkt wurde ohne Schusswaffeneinsatz beendet. SEK-Beamte überwältigten den Täter mit einem Taser und befreiten die Geisel, eine Mitarbeiterin des Ladens. Beide kamen in ein Krankenhaus. Die Hintergründe der Tat sind unklar, die Forderungen des Täters werden als impulsiv und schwer nachvollziehbar beschrieben. Täter und Geisel standen offenbar nicht in Beziehung zueinander.

InhaltNach mehr als 10 Stunden haben SEK-Beamte eine Geiselnahme im Süden von Berlin beendet. Der Täter wurde überwältigt, die Geisel befreit. Die Hintergründe sind unklar. Die stundenlange Geiselnahme in einem Supermarkt im Süden Berlins ist nach Polizeiangaben ohne den Einsatz von Schusswaffen beendet worden. Wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, wurde der Täter von SEK-Beamten überwältigt und die Geisel befreit. Demnach setzten die Polizisten einen Taser ein. Das Gerät soll Menschen mit elektrischen Impulsen für kurze Zeit kampfunfähig machen. Zum Zustand der Frau, die mehr als elf Stunden gefangen gehalten wurde, konnte der Polizeisprecher zunächst nur berichten, dass sie unter Schock stehe und in ein Krankenhaus gebracht worden ist. Der mutmaßliche Geiselnehmer ist nach Polizeiangaben leicht verletzt worden, auch er kam in ein Krankenhaus. Unklar ist weiter, was die Hintergründe der Tat sind. Der Polizeisprecher machte zunächst keine Angaben zum Alter oder der Nationalität des mutmaßlichen Geiselnehmers. Nach ersten Erkenntnissen sollen der Mann und die Geisel vor der Tat in keiner Beziehung zueinander gestanden haben. Der Mann habe verschiedene Forderungen gestellt. "Das waren Impulsforderungen, die sich im schwer nachvollziehbaren Bereich abgespielt haben", heißt es von der Polizei. Sie hätten keinen "akribischen Tatplan widergespiegelt". Ein Mann hatte am Freitagabend kurz nach 22 Uhr eine Frau in dem Rewe-Markt im Stadtteil Marienfelde in seine Gewalt gebracht und bedroht. Das bestätigte ein Polizeisprecher der ZEIT. Der Supermarkt befindet sich in der Hildburghauser Straße, an der Ecke zum Tirschenreuther Ring. Der Supermarkt wurde daraufhin großräumig abgesperrt, wie ein dpa-Reporter berichtete. Das Spezialeinsatzkommando SEK war vor dem Gebäude positioniert. Zahlreiche Polizeifahrzeuge, Rettungswagen und die Feuerwehr waren ebenfalls im Einsatz. Am frühen Morgen stellten die Beamten eine Leiter ans Gebäude und verschafften sich einen Blick in den Markt. Nach Angaben eines Mitarbeiters des Rewe-Supermarkts handelt es sich bei der Geisel um eine Mitarbeiterin des Geschäfts. "Sie war einfach am falschen Ort zum falschen Zeitpunkt", sagte er. Marienfelde liegt im Bezirk Tempelhof-Schöneberg am südlichen Rand der Hauptstadt, weit entfernt vom Berliner Stadtgeschehen. Es ist eine ruhige Wohngegend, geprägt von Einfamilienhäusern und mehrstöckigen Wohnbauten. In der Gegend befinden sich mehrere Schulen und Kindertagesstätten.