Iranisches Atomwaffenprogramm: Forscher vermuten Reparaturen an Militärforschungsanlage im Iran

Datum11.07.2026 07:10

Quellewww.zeit.de

TLDRSatellitenbilder deuten auf Reparaturen an einer iranischen Militärforschungsanlage in Partschin hin, wo laut Forschern früher an Atomwaffen-relvanten Technologien gearbeitet wurde. Dies widerspricht dem Rahmenabkommen mit den USA, das einen Stopp der Entwicklung vorsieht. Die Anlage wurde bereits mehrfach getroffen. Die Aktivitäten passen zu einer Verpflichtung, den "Status quo" beim Nuklearprogramm beizubehalten.

InhaltSatellitenbilder sollen zeigen, dass der Iran eine bekannte Militärforschungsanlage wieder aufbaut. Die Aktivitäten würden dem Rahmenabkommen mit den USA widersprechen. Satellitenbilder legen Forschern zufolge die Vermutung nahe, dass der Iran eine bekannte Militärforschungsanlage wieder aufbaut. Entsprechende Aktivitäten seien in den vergangenen Wochen etwa an dem Militärkomplex in Partschin zu sehen gewesen, berichtet das auf Nuklearthemen spezialisierte Institute for Science and International Security. Den Forschern zufolge war die Anlage zu Beginn des Krieges mehrfach getroffen worden. Nachdem Satellitenbilder anfangs Aufräumarbeiten gezeigt hatten, mehrten sich demnach in den vergangenen Wochen Hinweise auf dauerhafte Reparaturen. Dazu zählen mehrere Betonmischer und andere Vorrichtungen, um die Einschlaglöcher dauerhaft zu versiegeln. Der sogenannte Taleghan-Komplex hat in der Vergangenheit immer wieder zu Spekulationen geführt. Laut der Internationalen Atomenergiebehörde wurde dort im Rahmen des iranischen Amad-Programms bis 2003 an Technologien gearbeitet, die für Atomwaffen relevant sein könnten. Dabei sollen Tests mit starken Sprengstoffen erfolgt sein, um die Implosion eines nuklearen Sprengkopfs zu simulieren. Iran bestreitet die Existenz des Programms. Zur Verfügung gestellt wurden die Satellitenbilder vom Sender CNN, der sie in Zusammenarbeit mit dem Institut auch selbst analysierte. Bei der nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wichtigsten Lagerstätte für Uran, Isfahan, gebe es hingegen keine verdächtige Aktivität, berichtete CNN. Gleiches gelte für Natans und Fordo. Die drei Anlagen waren bereits im Sommer vergangenen Jahres von den USA bombardiert worden. US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach betont, seine Regierung überwache die Standorte seither akribisch. Hinweise auf Reparaturen gibt es laut CNN noch an weiteren Anlagen, die mit der mutmaßlichen Entwicklung von Atomwaffen und ballistischen Raketen in Zusammenhang stehen sollen. Dazu zähle die Einrichtung in Pickaxe Mountain, in der tief unter der Erde an den nuklearen Fähigkeiten gearbeitet werden soll. In den vergangenen Wochen war demnach zu sehen, wie mehrere Lkw in die Tunnel hinein und wieder herausfuhren. Teheran hatte sich in einem Rahmenabkommen mit den USA für ein Ende des Krieges verpflichtet, bei seinem Nuklearprogramm den "Status quo" zu halten. Zudem verpflichtete sich der Iran, auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten. Irans Regierung selbst bestreitet, nach Atomwaffen zu streben. Korrekturhinweis: In einer früheren Version hieß es, der Iran habe Anlagen für die Entwicklung von Atomwaffen wieder aufgebaut. Die Nachrichtenagentur dpa hat diese Angabe korrigiert. Bei den Anlagen handelt es sich demnach um Militärforschungseinrichtungen, die in der Vergangenheit im Verdacht standen, an Technologien gearbeitet zu haben, die für Atomwaffen relevant sein könnten. Wir haben diese Angaben berichtigt.