Zweiter Blackout auf Kuba in einer Woche

Datum11.07.2026 00:33

Quellewww.spiegel.de

TLDRKuba erleidet erneut einen flächendeckenden Stromausfall, den zweiten innerhalb einer Woche, inmitten einer verschärften Energiekrise. Diese wird durch eine marode Infrastruktur und das US-Ölembargo beeinträchtigt, was zu Lieferengpässen führt. Krankenhäuser haben Priorität bei der Wiederherstellung. Die Regierung sieht die US-Sanktionen als Ursache. Zuvor kam es in Havanna zu Protesten gegen die Stromausfälle.

InhaltKuba kämpft seit Jahren mit einer schweren Energiekrise. Das US-Ölembargo und die marode Infrastruktur verschärfen die Lage. Zuletzt gab es in Havanna auch Proteste gegen den Stromausfall. Zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen ist es auf Kuba zu einem erneuten inselweiten Blackout gekommen. Wie das Energieministerium mitteilte, wurden die Notfallprotokolle zur Wiederherstellung der Stromversorgung aktiviert. Aufgrund der maroden Infrastruktur und eines von den USA seit Monaten verhängten Ölembargos leidet die sozialistische Karibikinsel unter einer schweren Energiekrise (mehr hier ). Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. "Der Zusammenbruch ereignete sich inmitten einer kritischen Energiekrise, unter der das Land bereits schwer zu leiden hat", schrieb "Granma", die offizielle Zeitung der Kommunistischen Partei Kubas, auf der Plattform X. Vorrangig sei gemäß den Protokollen die Versorgung von Einrichtungen wie Krankenhäusern sicherzustellen, hieß es. Zu den Ursachen des erneuten Ausfalls machte die staatliche Stromgesellschaft UNE zunächst keine Angaben. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die Regierung in Havanna macht die Sanktionen der USA für die anhaltenden Stromausfälle verantwortlich. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump im Januar Ländern, die Öl nach Kuba exportieren, mit Strafzöllen gedroht. Das führte zu einem nahezu vollständigen Stopp der Lieferungen aus dem Ausland. Die Insel kann nur einen Teil ihres Ölbedarfs decken. Washington versucht mit verschiedenen Druckmaßnahmen, eine wirtschaftliche und politische Öffnung der Insel nach seinen Vorstellungen zu erzwingen. Nach dem vorherigen Blackout waren in Havanna vereinzelt Proteste ausgebrochen. ​In den Randbezirken Jaimanitas und Santa Fe zogen am Dienstagabend (Ortszeit) Hunderte erschöpfte ‌Anwohner bei hohen Temperaturen durch die Straßen, schlugen auf Töpfe, hupten und forderten in Sprechchören: "Schaltet das Licht an". Der landesweite Blackout am Montag war der dritte in ​diesem Jahr. Bis zum späten Dienstagabend war das Problem ⁠in ⁠den meisten Regionen nach Angaben des Netzbetreibers wieder behoben. Viele Menschen saßen jedoch weiterhin im Dunkeln. In der ‌zweitgrößten Stadt Santiago de Cuba floss ​den Behörden ‌zufolge gar kein Strom.