Datum10.07.2026 22:39
Quellewww.spiegel.de
TLDR46 Schulkinder, die vor zwei Monaten im nigerianischen Orire entführt wurden, sind durch einen Militäreinsatz befreit worden. Bei der Rettung wurden mehrere Entführer getötet und acht Verdächtige festgenommen. Die Kinder waren bei einem Überfall auf drei Schulen verschleppt worden, bei dem bereits ein Mensch getötet und später ein Lehrer ermordet wurde. Massenentführungen durch dschihadistische Gruppen und Banden sind ein anhaltendes Sicherheitsproblem in Nigeria, wobei die Entführung von Chibok im Jahr 2014 internationale Aufmerksamkeit erregte.
InhaltRund zwei Monate nach ihrer Entführung sind in Nigeria 46 Schulkinder befreit worden. Angaben des Militärs zufolge sind bei dem Einsatz mehrere Entführer getötet und acht Verdächtige festgenommen worden. Das nigerianische Militär hat nach eigenen Angaben 46 entführte Schulkinder aus der Gefangenschaft islamistischer Terroristen befreit. Wie ein Sprecher der Regierung mitteilte, waren die Kinder vor rund zwei Monaten bei einem Überfall auf drei Schulen in Orire im Bundesstaat Oyo verschleppt worden. Bei dem Militäreinsatz seien mehrere Entführer getötet und acht Verdächtige festgenommen worden. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht. Bereits bei dem Angriff auf die Schulen hatten die Täter einen Menschen erschossen. Wenige Tage nach der Entführung töteten sie zudem einen Lehrer, den sie zuvor verschleppt hatten. Massenentführungen gehören in Nigeria seit Jahren zu den gravierendsten Sicherheitsproblemen. Hinter den Taten stehen häufig dschihadistische Gruppen wie Boko Haram sowie andere bewaffnete Banden, die Lösegeld erpressen oder ihren Einfluss ausweiten wollen. Die Entführung in Orire gilt als die erste Massenverschleppung dieser Art im überwiegend christlich geprägten Süden des Landes. Internationale Aufmerksamkeit erregte 2014 die Entführung von 276 Schülerinnen aus einem Internat in Chibok im Nordosten Nigerias. Zwar kamen viele der Mädchen in den vergangenen Jahren frei oder konnten fliehen, doch rund 90 von ihnen werden bis heute vermisst.