Keine Rückkehr in die Heimat: Morddrohungen gegen Kolumbiens WM-Fußballer Campaz

Datum10.07.2026 22:06

Quellewww.zeit.de

TLDRNach dem WM-Aus Kolumbiens hat der Fußballverband Morddrohungen gegen Nationalspieler Jaminton Campaz und seine Familie verurteilt. Campaz kehrt aus Sicherheitsgründen nicht in seine Heimat zurück. Der Spieler hatte im entscheidenden Elfmeterschießen eine Siegchance vergeben. Der Vorfall erinnert an den Mord an Andrés Escobar, der nach einem Eigentor bei der WM 1994 getötet wurde. Der Verband fordert Ermittlungen zur Identifizierung der Drohenden. Campaz appellierte an die Kolumbianer, Respekt zu wahren und Hass zu vermeiden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Keine Rückkehr in die Heimat“. Lesen Sie jetzt „Morddrohungen gegen Kolumbiens WM-Fußballer Campaz“. Der kolumbianische Fußballverband hat Morddrohungen gegen Nationalspieler Jaminton Campaz und seine Familie nach dem WM-Aus der Südamerikaner öffentlich gemacht und scharf verurteilt. "Kein Sportler und kein Mitglied seines engsten Umfelds sollte Einschüchterungen ausgesetzt sein, nur weil er sein Land im Sport vertritt", hieß es in einer Stellungnahme.  Wie "One Football" berichtete, hat sich der 25 Jahre alte Stürmer dazu entschieden, aus Sicherheitsgründen vorerst nicht in seine Heimat zurückzukehren. Campaz hatte bei der Achtelfinal-Niederlage im Elfmeterschießen gegen die Schweiz in der Verlängerung die Chance zum Siegtreffer vergeben. In Kolumbien ist man besonders für solche Drohungen sensibilisiert: Während der Weltmeisterschaft 1994 ebenfalls in den USA erzielte Verteidiger Andrés Escobar bei der 1:2-Niederlage gegen das Gastgeber-Team ein Eigentor. Tage nachdem die Mannschaft ausgeschieden war und nach Hause zurückgekehrt war, wurde Escobar in Medellín ermordet. Die Tat sorgte weltweit für Entsetzen.  Kolumbiens Fußballverband hat die Generalstaatsanwaltschaft des Landes aufgefordert, die Ermittlungen zur Identifizierung der Hintermänner der Drohungen gegen Campaz zu forcieren. "Zum Fußball gehören auch schwierige Momente", schrieb der beim argentinischen Verein Rosario Central unter Vertrag stehende Profi. "Mein Kolumbien, bitte lasst uns den Respekt niemals aus den Augen verlieren. Wir mögen unterschiedlicher Meinung sein oder Frustration und Traurigkeit empfinden, aber keine Leidenschaft rechtfertigt Hass oder ein Leben in Angst." © dpa-infocom, dpa:260710-930-367689/1