Einst trainierte Jörn Andersen Nordkorea, jetzt wird er Coach von Myanmar

Datum10.07.2026 20:06

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer frühere Bundesliga-Torschützenkönig Jörn Andersen wird neuer Trainer der Fußballnationalmannschaft Myanmars. Der Norweger unterschrieb einen Zweijahresvertrag und möchte die Spieler weiterentwickeln. Myanmar leidet seit 2021 unter einem Bürgerkrieg. Andersen, der zuvor bereits Nordkorea und Hongkong trainierte, beginnt damit seine dritte Station als Nationaltrainer in Asien. Die Mannschaft ist derzeit FIFA-Weltranglisten-158.

InhaltVor 36 Jahren wurde Jörn Andersen der erste ausländische Torschützenkönig der Bundesliga. Als Trainer zog es ihn zuletzt in immer autokratischere Länder. Jetzt wird er Coach in einer der brutalsten Diktaturen der Welt. Der frühere Bundesliga-Torschützenkönig Jörn Andersen setzt seine "Asientour" fort und übernimmt als Trainer die Nationalmannschaft von Myanmar. Das gab der dortige Fußballverband bekannt. Andersen erhält bei den "Löwen" einen Zweijahresvertrag. "Ich freue mich sehr, in Myanmar zu sein", sagte der 63 Jahre alte Norweger und versprach: "Ich werde daran arbeiten, die Spieler Myanmars weiterzuentwickeln, und strebe danach, die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen." Myanmar wird seit einem Militärputsch im Februar 2021 von einem Bürgerkrieg erschüttert. Der einstige Frankfurter Profi Andersen, 1990 erster ausländischer Torschützenkönig der Bundesliga, war zuvor bereits für die Nationalteams aus Nordkorea (2016–2018) und Hongkong (2021–2024) tätig. Zuvor hatte er unter anderem beim FSV Mainz 05 2008 die Nachfolge von Jürgen Klopp übernommen und den Club in die erste Liga und ins Halbfinale des DFB-Pokals geführt. In der darauffolgenden Saison musste er bei den Mainzern bereits vor dem ersten Spieltag gehen. Die Nationalmannschaft ist die Nummer 158 der Fifa-Weltrangliste, zuletzt wurde sie auch von den Deutschen Antoine Hey und Michael Feichtenbeiner betreut. Bei der Qualifikation zur WM 2026 scheiterte das Team bereits in der zweiten Runde als Gruppenletzter hinter Japan, Nordkorea und Syrien.