In Mali jagen die Rebellen wieder russische Söldner

Datum10.07.2026 19:07

Quellewww.spiegel.de

TLDRTuareg-Rebellen und Dschihadisten griffen russische Söldner des Afrika-Korps in Nord-Mali an. Dies geschah, nachdem Regierungstruppen und russische Einheiten in der Stadt Anefis stationiert worden waren. Russland versucht, Frankreichs Rückzug aus Afrika auszunutzen und bietet Mosambik Unterstützung im Kampf gegen Aufständische an. Dies geschieht auch im Kontext des ukrainischen Interesses an Mosambiks Flüssigerdgas.

InhaltAufständische Tuareg und Dschihadisten haben russische Söldner aus dem sogenannten Afrika-Korps angegriffen. Außenminister Sergej Lawrow umwirbt derweil die Mächtigen in Portugals Ex-Kolonie Mosambik. Im Norden Malis ist am Donnerstag ein Konvoi ​mit malischen Soldaten und Kämpfern des russischen Afrika-Korps ‌angegriffen worden. Die von Tuareg geführte ​Rebellengruppe Befreiungsfront von Azawad (FLA) bekannte sich zu dem ⁠Angriff. Der ⁠Konvoi war auf dem Weg in die Stadt Anefis, als er ‌unter Beschuss geriet und soll mehr als 200 russische Kämpfer sowie über 100 malische Soldaten transportiert haben. Das Nachbarland ‌Niger hat offenbar Luftunterstützung geleistet. Stellungnahmen der Militärs von Mali und Niger lagen zunächst ‌nicht vor. Das ​sogenannte Afrika-Korps, ‌Nachfolger der Söldnergruppe Wagner, ‌unterstützt das malische ​Militär im Kampf gegen islamistische Aufständische. Der Angriff fügt sich ins Bild. In Mali hat es bereits am Samstag nach Angaben der Armee Rebellenangriffe an mindestens fünf verschiedenen ​Orten gegeben: Erst im April hatten Rebellen bei einer ‌Reihe von Großangriffen den Flughafen von ​Bamako attackiert, den Verteidigungsminister getötet und mehrere Armeestützpunkte im Norden eingenommen. ‌In ​der Folge waren Regierungstruppen und russische Einheiten in Anefis stationiert worden. Zuvor hatten die FLA ​und ein regionaler Ableger ⁠der Extremisten-Organisation Al-Kaida die Kontrolle ​über die ​Stadt Kidal übernommen. Russland versucht, den Rückzug Frankreichs aus Afrika für sich zu nutzen – nicht nur in Mali. Das größte Land der Erde will nach eigenen Angaben Mosambik im Kampf gegen islamistische ​Aufständische unterstützen. Man sei bereit, einer entsprechenden Bitte nachzukommen, um die ‌terroristische Bedrohung im Norden des Landes zu beseitigen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Die Regierung in Maputo kämpft ​dort seit Längerem gegen die Milizen. Das russische Angebot erfolgt vor dem Hintergrund ‌eines wachsenden Interesses auch der Ukraine ​an dem ‌Land im südlichen Afrika. Die Regierung in Kyjiw strebt den Import von Flüssigerdgas (LNG) aus Mosambik an, da Russland die ukrainische Energieinfrastruktur seit ‌Jahren angreift. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte seinerseits angeboten, Mosambik bei der Bewältigung seiner ‌Sicherheitsprobleme zu unterstützen. Mosambik ist ​ein bedeutender ‌Erdgasproduzent in Afrika und will ein ‌milliardenschweres ​LNG-Projekt wieder aufnehmen, das wegen des Aufstands gestoppt worden war.