Tour de France: Tim Merlier sprintet zum Sieg – deutscher Tour-Debütant Max Kanter Vierter

Datum10.07.2026 17:52

Quellewww.spiegel.de

TLDRTim Merlier gewann die siebte Etappe der Tour de France im Sprint. Der deutsche Debütant Max Kanter wurde Vierter. Seit 2022 wartet Deutschland auf einen Etappensieg. Temperaturen um 40 Grad prägten die "Hitzeschlacht". Tadej Pogačar verteidigte sein Gelbes Trikot. Die nächste Sprintchance bietet sich auf der achten Etappe.

InhaltSeit Nils Politt 2022 hat kein Deutscher mehr eine Etappe bei der wichtigsten Rundfahrt des Weltradsports gewonnen. Auch Tour-Neuling Max Kanter musste sich im Sprint geschlagen geben. Das Warten auf einen deutschen Etappensieg geht weiter: Auch der formstarke Sprinter Max Kanter hat die fünf Jahre lange Durststrecke der deutschen Radprofis bei der Tour de France vorerst nicht beenden können. Beim zweiten Massenspurt der Frankreich-Rundfahrt reichte es beim klaren Sieg von Tim Merlier (Soudal Quick-Step) nur zu Rang vier. Der Tagessieger aus Belgien setzte sich im Highspeed-Finale der siebten Etappe in Bordeaux durch und verwies Sören Wärenskjold (Uno-X Mobility) und Biniam Girmay (NSN Cycling) auf die Plätze zwei und drei. Für Merlier war es nach der nächsten Hitzeschlacht mit Temperaturen knapp unter der 40-Grad-Marke der insgesamt vierte Tagessieg. Phil Bauhaus komplettierte mit seinem sechsten Rang ein ordentliches deutsches Gesamtergebnis. Pascal Ackermann wurde Zwölfter. Auf einen Sieg im Massenspurt warten die deutschen Radsport-Fans sogar bereits seit 2017, als Marcel Kittel in Pau triumphiert hatte. Tadej Pogačar verteidigte ohne Probleme sein Gelbes Trikot. Am Tag nach seiner Machtdemonstration auf der Tourmalet-Etappe, die schon ein wenig nach Vorentscheidung im Titelkampf roch, rollten der Slowene und die anderen Spitzenfahrer einträchtig im großen Feld ins Ziel. Größtenteils schnurgerade ging es auf der 175,1 km langen Etappe in Richtung Bordeaux. 55 Kilometer vor dem Ziel zeigte sich Kanter beim Zwischensprint abermals in guter Form, als Dritter des Pelotons schnappte er sich noch zwölf Punkte. 18 Kilometer vor dem Ende waren dann die beiden Ausreißer Baptiste Veistroffer und Jakub Otruba gestellt. Bereits am Samstag dürften die Sprinter ihre nächste Chance bekommen: Auch die achte Etappe von Périgueux nach Bergerac ist wie geschaffen für eine Massenankunft. Senkrechtstarter Florian Lipowitz hatte bereits vor dem Start in Hagetmau bemüht, die Wogen im Team Red Bull-Bora-hansgrohe zu glätten. "Wir haben gestern im Bus miteinander geredet. Ich glaube, es ist alles geklärt. Die Stimmung ist gut. Ich würde da jetzt nicht so viel Wert darauf legen", sagte er der ARD. Nach der Pyrenäen-Etappe am Donnerstag hatte sein Teamkollege Remco Evenepoel Lipowitz dafür kritisiert, auf seine Bitte um Unterstützung im Sprint nicht reagiert zu haben. Er sei "wütend, und das zurecht", hatte Evenepoel im Ziel gesagt. Am Freitag hörte sich das auch beim Olympiasieger deutlich versöhnlicher an. An der geteilten Kapitänsrolle der beiden Topfahrer soll sich nichts ändern.