Datum10.07.2026 09:14
Quellewww.spiegel.de
TLDRProminente Berliner CDU-Mitglieder fordern den Rücktritt von Bürgermeister Kai Wegner. Grund sind widersprüchliche Aussagen zum Krisenmanagement beim Stromausfall im Januar. Ein offener Brief wirft Wegner vor, "wahrheitswidrig" über sein Handeln am Katastrophentag getäuscht zu haben, es gebe Belege für keine dienstlichen Telefonate am Vormittag. Wegner war zuvor kritisiert worden, sein Tennisspiel während des Blackouts verschwiegen zu haben. Die CDU-Interne Debatte findet vor der Abgeordnetenhauswahl statt, bei der die Umfragewerte der Partei hinter der Linken liegen.
InhaltKai Wegner hatte die Öffentlichkeit nicht richtig über sein Krisenmanagement bei einem Stromausfall informiert. Nun steigt in der Berliner CDU steigt der Druck auf den Bürgermeister. In der Berliner CDU wächst der Druck auf den regierenden Bürgermeister Kai Wegner. Ein Mitgliederbündnis verlangt in einem offenen Brief seinen Rücktritt und den Verzicht auf die Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September. Hintergrund sind neue Widersprüche in Wegners Darstellung seines Krisenmanagements beim großen Stromausfall im Berliner Südwesten im Januar dieses Jahres. Über den Briefentwurf berichtete zuerst das Portal "Table.Briefings". Initiator ist demnach der CDU-nahe Investor Christian Miele. In dem Schreiben heißt es, Wegners Aussagen zu seinem Handeln am ersten Tag des Stromausfalls seien "wahrheitswidrig" gewesen. Wörtlich heißt es: "Was seither geschah, ist keine Frage der Bewertung mehr. Es ist aktenkundig, festgestellt durch behördliche Protokolle, deren Herausgabe das Verwaltungsgericht Berlin erzwingen musste: Am Vormittag des Katastrophentages führten Sie kein einziges dienstliches Telefonat." Auch der Chef der Jungen Union Berlin hat bereits Wegners Rücktritt gefordert. (Lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen) Hintergrund der Debatten ist das Krisenmanagement Wegners am Tag des folgenreichen Anschlags auf die Berliner Stromversorgung am 3. Januar, in dessen Folge 100.000 Menschen teils tagelang keinen Strom mehr hatten. Wegner war damals in die Kritik geraten, weil er verschwiegen hatte, am ersten Tag der Krise mittags Tennis gespielt zu haben. Nach einem Eilantrag des "Tagesspiegel" musste Wegners Senatskanzlei schließlich zugeben, am 3. Januar vor 12.45 Uhr keine dienstlichen Telefonate zum Blackout geführt zu haben. Gegenüber dem Sender "Welt TV" hatte er noch behauptet: "Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen. Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz." Wegners Partei will nun am Abend über den Wahlkampf und ihre Chancen bei der Abgeordnetenhauswahl in rund zwei Monaten beraten. Bei dem Treffen der Kreisvorsitzenden mit dem Regierenden Bürgermeister und Spitzenkandidat Kai Wegner soll auch über die zunehmende Kritik an ihm gesprochen werden. Umfragen sahen die Christdemokraten zuletzt bei 17 Prozent und damit hinter der Linkspartei. In der Partei gibt es Stimmen, die Wegner dafür mitverantwortlich machen.