Irankrieg: Netanyahu soll Trump vor angeblichen Anschlagsplänen durch Iran gewarnt haben

Datum10.07.2026 08:27

Quellewww.spiegel.de

TLDRIsrael hat die USA angeblich vor iranischen Anschlagsplänen auf Präsident Trump gewarnt. Die Warnung, die Netanyahu übermittelt haben soll, umfasst demnach einen konkreten Mordkomplott. Dies geschah vor dem Hintergrund eines Telefonats zwischen beiden Staatschefs über die Eskalation im Iran, nachdem die USA und Israel den Krieg ausgelöst hatten. Israel drängt auf einen härteren Kurs, was zu Spannungen mit Trump führte.

InhaltIsraels Premier und der US-Präsident waren zuletzt heftig aneinandergeraten, Netanyahu hatte für einen deutlich härteren Kurs gegenüber Teheran plädiert. Nun informierte er Medien zufolge Trump über einen iranischen Mordkomplott. Israel hat die US-Regierung Medienberichten zufolge vor iranischen Plänen zur Ermordung von US-Präsident Donald Trump gewarnt. Nach Angaben von CNN und dem "Wall Street Journal" sei die Führung in Teheran erst kürzlich mit einem entsprechenden Vorhaben befasst gewesen. Die US-Regierung erhalte zuletzt zwar häufig Warnhinweise dieser Art, die israelische Information sei jedoch neu und habe demnach auch einen konkreten Anschlagsplan umfasst. Details wurden zunächst nicht bekannt. Ein US-Beamter sagte CNN zufolge, die Warnung könne auch den Versuch darstellen, Einfluss auf Trumps Entscheidungen im Konflikt mit Iran zu nehmen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte zuletzt einen deutlich härteren Kurs gegenüber Teheran gefordert und war darüber mit Trump aneinandergeraten. Trump selbst hatte Spekulationen über Sicherheitsrisiken angeheizt, nachdem er auf dem Rückflug vom Nato-Gipfel in Ankara nicht wie erwartet die neue "Air Force One" genutzt hatte. Später sagte er: "Ich bin die Nummer eins auf der Todesliste Irans." Unterdessen berieten Trump und Netanyahu am Donnerstag in einem Telefonat über den Irankrieg. Trump habe Netanyahu "über das Vorgehen der USA in der Golfregion" informiert, teilte Netanyahus Büro im Onlinedienst X mit. Ein US-Vertreter bestätigte das Gespräch, nannte aber keine weiteren Einzelheiten. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsam den Irankrieg ausgelöst. Nach einem Phase der Ruhe aufgrund eines Abkommens zwischen Washington und Teheran begannen die USA in der Nacht zum Mittwoch demnach erneut massive Angriffe auf Iran. Teheran reagierte mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain und griff nach langer Zeit zudem Jordanien an. Israels Verteidigungsminister Israel Katz drohte zudem mit weiteren Attacken, die mit "noch größerer Härte" erfolgen könnten. Daneben führt Israel Krieg gegen den Libanon. Auch dort intervenieren die USA. So sollen sie nach übereinstimmenden Berichten offenbar erste Schritte organisieren, um einen Rückzug israelischer Truppen aus einzelnen Gebieten im Süden des Libanon vorzubereiten. Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte, in den kommenden Tagen werde eine US-Militärdelegation in Beirut eintreffen, um die Umsetzung vor Ort festzulegen. Ein US-Vertreter sprach gegenüber AFP von einer ersten "Pilotzone", die in wenigen Tagen eingerichtet werden solle. Weitere seien in Planung. Gespräche zwischen Libanon und Israel sind nach US-Angaben für die kommende Woche in Rom vorgesehen.