Debatte über Umgang mit AfD: Spahn bringt Wahlrechtsentzug für Höcke ins Spiel

Datum10.07.2026 06:00

Quellewww.zeit.de

TLDRUnionsfraktionschef Jens Spahn schlägt vor, Björn Höcke, dem Thüringer AfD-Chef und als Rechtsextremer eingestuften Politiker, das passive Wahlrecht zu entziehen. Diese Idee wird als Alternative zu einem Parteiverbot diskutiert. Spahn bekräftigt die Abgrenzung der Union zur AfD aufgrund deren Haltung zu Russland, China und ihrer radikalen Sprache. Zuvor hatte bereits Peer Steinbrück einen Entzug des passiven Wahlrechts für AfD-Vertreter angeregt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Debatte über Umgang mit AfD“. Lesen Sie jetzt „Spahn bringt Wahlrechtsentzug für Höcke ins Spiel“. Unionsfraktionschef Jens Spahn hat einen Entzug des passiven Wahlrechts von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke ins Spiel gebracht. "Alle reden ja immer über Verbotsverfahren. Wie wär's denn, wenn wir einfach mal ein Verfahren machen und gucken, ob man jemandem extrem Rechtem wie ihm seine aktiven und passiven Wahlrechte abnehmen kann", sagte Spahn im "Focus"-Podcast "Machtmenschen".  Höcke, der wegen des Verwendens einer verbotenen SA-Parole zweimal vom Landgericht Halle verurteilt wurde, gilt als Rechtsaußen in seiner Partei. Seine Thüringer AfD wurde vom Landesverfassungsschutz bereits 2021 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Seit Jahren wird über ein mögliches Verbotsverfahren gegen die AfD diskutiert. Doch die Hürden sind hoch und es gibt Bedenken, ob ein Verfahren beim Bundesverfassungsgericht erfolgreich wäre.  Spahn bekräftigte in dem Podcast eine Abgrenzung zur AfD. "Wer für Putin unterwegs ist, für China spioniert, extrem und radikal in der Sprache ist, von dem grenzen wir uns, grenze ich mich klar ab - politisch, inhaltlich, menschlich", sagte Spahn.  Mitte Juni hatte der SPD-Politiker und frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück dafür plädiert, einzelnen Vertretern der AfD das passive Wahlrecht zu entziehen - zum Beispiel Höcke. Zuletzt hatten Vertreter der CSU in Bayern Offenheit für ein Teil-Verbotsverfahren signalisiert. Ein Verbotsverfahren gegen die AfD als Gesamtpartei hatte die CSU-Spitze unter Parteichef Markus Söder in den vergangenen Monaten stets abgelehnt. © dpa-infocom, dpa:260710-930-362539/1