Datum10.07.2026 06:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Artikel behandelt verschiedene Themen aus Hamburg. Leser haben die besten Spaghettieis-Läden gewählt. Hapag-Lloyd nutzt Landstrom im Hafen zur Klimaschutzreduktion. Die Einwohnerzahl Hamburgs ist leicht gestiegen. Eichenprozessionsspinner werden bekämpft. Die Hamburger Energienetze melden höheren Gewinn. Ein neues Parkkonzept ermöglicht das gebührenpflichtige Parken auf Supermarktparkplätzen. Die Kita-Gebühren steigen für Besserverdienende. Ein Kommentar plädiert für das Drinnenbleiben im Sommer. Es gibt Hinweise auf Veranstaltungen und eine Theaterbesuch-Anekdote.
InhaltDie Elbvertiefung am Freitag – Mit der Frage, wie gerecht Hamburgs neue Kita-Gebührenordnung ist und einem Plädoyer fürs Drinnenbleiben im Sommer wenn die Temperaturen in den kommenden Tagen wieder in die oberen Zwanziger steigen und die Wolken der Sonne den Vortritt lassen, dann sagt man in meiner Welt: "Ein Spaghettieis, bitte!" Höchste Zeit also zu verraten, in welchen Eisdielen der Stadt sich dieser Klassiker der sehr kalten Küche aus Ihrer Sicht am besten genießen lässt. Im März hatte ich Ihnen diese Frage gestellt – und 151 Antworten darauf bekommen. Sie reichten von Einzeilern ("Gucken Sie mal hier: …") über Geschmacksanalysen bis hin zu einer Leserin, die schilderte, wie sie im Rhein-Main Gebiet einmal das beste Spaghettieis suchte ("Kaum ein Weg war uns zu weit; Ehrgeiz und die feste Überzeugung von der Notwendigkeit dieser Challenge ..."). Die Eisdielen, die mindestens zweimal genannt wurden, sind: 1. Eisliebe (Ottensen) – 26 Stimmen 2. Eisprinzessin (Ottensen) – 13 3. Joschi Eisladen (Karoviertel) – 9 4. San Remo (Eimsbüttel), La Veneziana (Grindel) – 6 5. Duvenstedter Eiscafé (Duvenstedt), Il Gelato (Winterhude), Dante (Hoheluft-Ost), dito café & eis (Hoheluft-Ost), La Case del Gelato (Blankenese) – 4 6. Eisbüttel (Eimsbüttel), Bitte mit Sahne (Sasel), Eisliebe (Eppendorf), Venezia (Altona), Eiscafé Veneto (Eimsbüttel) – 3 7. Eis-Perle (Alsterdorf), Eiscafé Röhling (Tonndorf), Eiscafé Veneto (Reinbek), Bullerei (Sternschanze), Otto’s Eiscafé (Wandsbek), Frau Meis Eisladen (Ottensen), Eispiraten (Bahrenfeld), Luicella’s (mehrere Orte) – 2 Ich möchte Ihre Urteile nicht kommentieren – testen Sie selbst! Aber von einer Beobachtung kann ich erzählen: In Hamburg scheint es viele Schokoladenfans zu geben. Anders kann ich mir nicht erklären, dass bei meinen Tests in den vergangenen Tagen so oft größere Stücke weißer Schokolade auf der Erdbeersauce lagen. Ja, das gibt beim Essen einen Crunch, aber ich persönlich finde feine Raspeln sinnvoller, da sie sich im Mund besser mit den anderen Elementen verbinden. Zum Schluss soll es noch um eine Eisdiele gehen, die in Ihren Einsendungen gar nicht vorkam. Sie liegt in einem Stadtteil, der oft übersehen wird und in dem ich fünf Jahre lang gewohnt habe: Barmbek. An der S-Bahn-Station, direkt bei den abfahrenden Bussen, befindet sich die Eisdiele Lecassia – eigentlich keine Lage, die man Gastronomen empfehlen würde. Wie die Betreiber es schaffen, an diesem Ort trotzdem ein Idyll herzustellen, ist gar nicht so leicht zu erklären. Aber sie schaffen es. Was auch an einem Spaghettieis liegt, das für mich weit oben auf die Liste gehört. Nicht zuletzt wegen der feinen Schokoraspeln. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag! Ihr Yannick Ramsel Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, oder wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an hamburg@zeit.de. Die Containerreederei Hapag-Lloyd und die Hamburg Port Authority (HPA) haben eine Vereinbarung zur Nutzung von Landstrom im Hafen geschlossen. Hapag-Lloyd verpflichtet sich, bei Hafenanläufen an entsprechend ausgestatteten Liegeplätzen Strom aus dem Landnetz zu beziehen. Rund ein Drittel der Flotte ist technisch dafür ausgerüstet. Landstrom soll einen kleinen Beitrag zur Klimaneutralität der Branche leisten. Am Wochenende sind wegen des "World Triathlon" zahlreiche Straßen gesperrt, insbesondere in der Innenstadt, westlich der Alster und auf St. Pauli. Genauere Informationen dazu finden Sie hier. Bei der Veranstaltung werden unter anderem die Sprint- und Staffel-Weltmeisterschaften ausgetragen. Die Einwohnerzahl von Hamburg ist 2025 leicht gestiegen. Wie das Statistikamt Nord mitteilte, lebten zum Stichtag am 31. Dezember vergangenen Jahres 1.869.473 Menschen in der Hansestadt. Im Vergleich zu 2024 ist das ein Zuwachs von 6.908 Personen oder 0,4 Prozent. Dieser ergab sich durch ein Plus bei den Zuzügen (91.309) gegenüber den Wegzügen (82.777). In Hamburg werden immer mehr Eichenprozessionsspinner beobachtet. In besonders sensiblen Bereichen mit hohem Kontaktrisiko, etwa auf Spielplätzen oder an Bushaltestellen, werden die Nester laut Umweltbehörde von Fachbetrieben entfernt. Auf weitläufigeren Flächen gebe es dagegen Absperrungen und Warnhinweise. Die mikroskopisch kleinen Brennhaare der Raupen können beim Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Die Hamburger Energienetze GmbH hat 2025 einen höheren Gewinn an die Stadt abgeführt. Die Stadt hat 130,4 Millionen Euro erhalten (plus 21,5 Prozent gegenüber 2024), wie die Energienetze mitteilten. Das Unternehmen profitierte von einer gestiegenen Energienachfrage. Sie fahren abends lange um den Block und suchen verzweifelt nach einer freien Parklücke? Warum das Auto nicht einfach auf dem Supermarktparkplatz abstellen? In Städten wie Düsseldorf, Dortmund, Bremen und Berlin ist das längst Usus. Nun kommt das Konzept des Feierabendparkens nach Hamburg. Auf einem Lidl-Parkplatz in Hamm können Anwohnerinnen und Anwohner bereits seit Jahresanfang zehn Stellplätze buchen. Am Mittwoch verkündete Verkehrssenator Anjes Tjarks auf dem Rewe-Parkplatz an der Barner Straße in Ottensen, dass jetzt auch Rewe und Penny mitmachen. "Wir wollen den Parkraum in Hamburg besser nutzen und den öffentlichen Parkraum entlasten", sagte der Senator. Noch ist das Angebot aber überschaubar: Rewe stellt in der Barner Straße sechs Parkplätze zur Verfügung, Penny bietet fünf Plätze an der Hufnerstraße in Barmbek-Süd sowie zehn weitere am Alten Teichweg in Dulsberg an. "Wir probieren aus, ob das angenommen wird und ob wir das auf weitere Standorte ausweiten können", sagte Tjarks. Geparkt werden darf jeweils von 18 bis 8 Uhr. Einbuchen kann man sich unter www.fairparken.com. 3 Euro kostet die Nacht, 30 Euro das Monatsabo. Das ist deutlich preiswerter als die kommerziellen Parkhäuser – die Supermarktparkplätze im notorisch parkplatzdefizitären Ottensen dürften also schnell weg sein. Von Christoph Twickel Hamburg erhöht seine Kitagebühren – aber nur für die, die es sich leisten können. Endlich mal eine Kürzung im Sozialbereich, die nicht auf Kosten der Ärmeren geht! Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Kommentar von ZEIT-Autor Christoph Twickel. "Hamburg erhöht die Kita-Gebühren" und "Deutlicher Anstieg der Kita-Gebühren": Diese Überschriften zur aktuellen Reform der Kita-Elternbeiträge führen in die Irre. Die korrekte Formulierung wäre: Gutverdienende müssen in Hamburg für den Kitaplatz ihres Nachwuchses künftig deutlich mehr berappen. Bisher haben sie den Höchstsatz von 191 Euro pro Monat gezahlt. Er soll im nächsten Jahr auf 320 Euro und 2028 auf 336 Euro steigen. Aus der zuständigen Bildungsbehörde heißt es: Ein Zweipersonenhaushalt – also ein Elternteil und ein Kind – muss mehr als 6.000 Euro netto zur Verfügung haben, damit der Kita-Höchstsatz fällig wird. Ab wann der Höchstsatz für Haushalte mit drei, vier oder mehr Personen gilt, ist noch nicht klar, die Behörde erarbeitet noch die Details. Klar scheint aber zu sein: Mit Gutverdienenden sind in diesem Fall Menschen gemeint, die tatsächlich sehr gut verdienen. Um auf 6.000 Euro netto im Monat zu kommen, muss das Jahresgehalt brutto die 100.000 Euro deutlich übersteigen. Wir erinnern uns: Als die Bundesregierung 2023 ankündigte, Paaren ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 150.000 Euro das Kindergeld zu streichen (Z+), brach ein Sturm der Entrüstung los. Mehr als eine halbe Million Menschen unterschrieben eine Protestpetition. Auch in Hamburg werden Eltern auf die Barrikaden gehen. Und klar: Man kann dagegen Front machen, wenn die öffentliche Hand Leute, die sich die Kinderbetreuung locker aus eigener Tasche leisten können, an diesen Kosten stärker beteiligt als bisher. Bloß vernünftig ist das nicht. Warum die Kürzung in Hamburg trotzdem begrüßenswert ist, lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Artikel (Z+) Drinnen ist besser, selbst im Sommer. Kapiert ihr jetzt auch, oder? Es wird dieser Tage wieder heiß in Deutschland und auch in Hamburg. Vielen dämmert langsam, was ZEIT-Redakteur Francesco Giammarco schon immer wusste: Die Deutschen haben die Sonne lang überschätzt. → Zum Artikel (Z+) Im Rahmen der Triennale der Photographie bietet die Kuratorin Joanna Warsza einen öffentlichen Spaziergang durch die Kunstausstellung Fire am Mahnmal St. Nikolai an. Es ist die zweite Ausstellung der Reihe "Vom All zum Allgemeingut: Fünf Jahre – Fünf Elemente". In der Ausstellung werden ortsspezifische Arbeiten von Künstlern gezeigt, die sich in ihren Arbeiten mit der politischen, ökologischen und spirituellen Dimension des Feuers auseinandergesetzt haben. "Fire" – Ausstellungsrundgang, 11. Juli, 14 Uhr; Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Straße 60 Im Thalia Theater ist eine Vorstellung von Kleists Zerbrochenem Krug bis auf den letzten Platz mit angehenden Abiturienten und Abiturientinnen gefüllt, die sich auf das diesjährige Deutsch-Abitur vorbereiten wollen. Mittendrin sitzt ein Paar um die fünfzig. Beide beugen sich mit einem verschmitzten Lächeln zu den jugendlichen Sitznachbarinnen und sagen: "Und wir dachten, wir würden den Altersdurchschnitt heute ordentlich nach unten ziehen." Gehört von Helene Hedde (18) Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren.