Irans oberster Führer Ali Khamenei beerdigt

Datum10.07.2026 03:16

Quellewww.spiegel.de

TLDRNach seinem Tod wird Irans oberster Führer Ajatollah Ali Khamenei beigesetzt. Die staatlich organisierten Trauerfeiern dauerten über vier Monate und endeten mit einer privaten Bestattung in seiner Heimatstadt. Khamenei, der als unantastbare religiöse und politische Autorität galt, wurde durch einen israelischen Luftangriff getötet. Sein Sohn Mojtaba wurde zum Nachfolger ernannt, ist aber bisher nicht öffentlich aufgetreten. Khameneis Tod und die anschließende Neuordnung des Machtgefüges, insbesondere durch die Wächter, führen zu politischer Ungewissheit im Land.

InhaltFast eine Woche lang dauerten die staatlich organisierten Trauerfeiern für das getötete iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Khamenei. Das Land steuert in eine politisch ungewisse Zukunft. Mehr als vier Monate nach seiner Tötung ist Irans früherer oberster Führer Ajatollah Ali Khamenei beerdigt worden. Die Bestattung erfolgte im Imam-Reza-Schrein seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Landes unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wie mehrere iranische Medien in der Nacht übereinstimmend berichteten. Die Trauerzeremonien laufen bereits seit rund einer Woche in Iran und dem benachbarten Irak. Khamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet worden – mehr hier . Mehr als fünf Wochen führten die USA und Israel daraufhin Krieg gegen Iran, bis Anfang April eine Waffenruhe vereinbart wurde. Es kam trotz der Waffenruhe und einem Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs aber auch danach mehrfach zu gegenseitigen Angriffen. Zum neuen Staatsoberhaupt wurde Khameneis Sohn Mojtaba ernannt, der öffentlich jedoch seither nicht auftrat. An den tagelangen Trauerzeremonien nahmen nach staatlichen Angaben in Iran Millionen Menschen teil. Als oberster Führer hatte Khamenei in der Islamischen Republik das letzte Wort in allen zentralen Fragen. Zugleich war der schiitische Ajatollah die höchste religiöse Autorität des Staates. Über Jahrzehnte galt Khamenei als unantastbar. Seine Anhänger verehren ihn als Märtyrer, der ihrer Ansicht nach im Widerstand gegen einen militärisch weit überlegenen Feind gefallen ist. Ein großer Teil der rund 86 Millionen Einwohner im Land dürfte der Staatstrauer jedoch gleichgültig oder ablehnend gegenüberstehen. Innenpolitisch setzte Khameneis Staat auf Kontrolle und Repressionen, Kritik wurde nicht geduldet. Bei den jüngsten Protestwellen riefen Demonstranten immer wieder: "Tod dem Diktator". Unter Khamenei hatten sich die Revolutionswächter zur führenden Streitmacht des Landes entwickelt. Nach seinem Tod sortiert sich das Machtgefüge neu. Inzwischen sind vor allem Vertreter der mächtigen Wächter in wichtige politische Positionen aufgestiegen.