Krankenversicherung: Hausärzte fordern Stopp der Gesundheitsreform

Datum10.07.2026 02:51

Quellewww.zeit.de

TLDRHausärzte fordern angesichts eines drohenden "Fiaskos" einen Stopp der geplanten Gesundheitsreform. Sie befürchten, dass die Ausgabenbremsen und Einschränkungen bei Praxen und Kliniken die ortsnahe Versorgung verschlechtern und zu längeren Wartezeiten führen werden. Die Reform soll die Krankenkassenbeiträge stabilisieren, doch die Hausärzte kritisieren die geplanten Sparmaßnahmen als schädlich für Patienten und Praxen. Der Bundesrat soll das Gesetz aufhalten.

InhaltKurz vor den Abstimmungen über die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung drängen die Hausärzte auf einen Stopp der Regierungspläne. Das Spargesetz sei "ein Fiasko". Die Hausärzte drängen darauf, das umstrittene Sparpaket der Bundesregierung für stabile Krankenkassenbeiträge zu stoppen. "Wenn Bund und Länder auch weiterhin eine gute hausärztliche Versorgung für ihre Bürgerinnen und Bürger wollen, dann muss dieses Gesetz aufgehalten werden", sagte die Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, der Rheinischen Post. "Wenn das Spargesetz so kommt, ist das ein einziges Fiasko für die Hausarztpraxen und ihre Patientinnen und Patienten", sagte Buhlinger-Göpfarth. Die Folgen wären, "dass die Vor-Ort-Versorgung in immer weniger Regionen gewährleistet wird, dass Menschen in Zukunft immer länger auf Termine warten und weniger Zeit für ihre Behandlung bleibt". Die von der Regierung geplante Reform werde die "Versorgung der Patientinnen und Patienten spürbar verschlechtern", sagte die Verbandschefin voraus. "Spätestens der Bundesrat muss diese Irrfahrt stoppen." Der Bundestag entscheidet am Freitag über das Sparpaket der schwarz-roten Koalition. Geplant ist, die gesetzlichen Krankenkassen 2027 von stark steigenden Ausgaben zu entlasten, um neue Beitragserhöhungen zu verhindern. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Apotheken sowie höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Sollte das Gesetz im Bundestag beschlossen werden, befasst sich anschließend der Bundesrat damit. Die Länderkammer könnte die Neuregelung durch einen Einspruch oder eine Anrufung des Vermittlungsausschusses zumindest vorerst stoppen.