Datum09.07.2026 19:29
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Flughafen von Palm Beach wurde in "President Donald J. Trump International Airport" umbenannt, da ein Gesetz dies vorschreibt. Trump ließ seinen Namen und die Initialen "DJT" markenrechtlich schützen. Ob er finanziell profitiert, ist unklar. Solche Ehrungen zu Lebzeiten sind selten und erinnern an autokratisches Verhalten, ähnlich wie bei früheren Namensänderungen und Produktinitiativen Trumps.
InhaltTrump bekommt ein weiteres Denkmal gesetzt. Der Flughafen nahe seinem Anwesen in Florida ist nach ihm benannt worden. Der Betreiber musste sich dazu eine Lizenz sichern – Trump hatte den Namen schützen lassen. Der Flughafen der Stadt Palm Beach im US-Bundesstaat Florida ist offiziell in "President Donald J. Trump International Airport" umbenannt worden. Das Airport-Kürzel wird entsprechend von "PBI" in "DJT" geändert – die Initialen des Präsidenten, dessen Privatanwesen Mar-a-Lago nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt ist. Unterdessen teilt der Airport mit, Einschränkungen im Betriebsablauf werde es durch die Umbenennung nicht geben. "Flugbetrieb, Strecken, Flugpläne und Kundenservice sind nicht betroffen", heißt es auf der Website des Betreibers . Die Namensänderung des Flughafens sei "gesetzlich vorgeschrieben" worden, teilt der Airport weiter mit. Der republikanische Gouverneur Ron DeSantis hatte Ende März ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet . Es verpflichtet den Flughafenbetreiber auch dazu, die erforderlichen markenrechtlichen Genehmigungen einzuholen. Wie das Magazin "Forbes" berichtet , hatte ein Tochterunternehmen von Trumps Holdinggesellschaft den neuen Flughafennamen sowie das Kürzel "DJT" bereits im Februar markenrechtlich schützen lassen. Demnach ist allerdings unklar, ob der US-Präsident durch die Umbenennung des Flughafens nicht nur persönlich geehrt wird, sondern auch finanziell profitiert. In den USA ist es üblich, dass Flughäfen und andere Orte nach ehemaligen Präsidenten benannt werden können. Unüblich ist hingegen, dass Gebäude bereits umbenannt werden, während der Präsident noch lebt. Experten sehen im Vorgehen Trumps Parallelen zum Verhalten von Autokraten . Die jüngste Umbenennung reiht sich in eine Vielzahl anderer Initiativen ein, die Trumps Namen oder sein Gesicht im Alltag der Amerikaner sichtbar machen sollen. In der US-Hauptstadt Washington hängen an Ministerien riesige Banner mit Trumps Gesicht. Trump hatte zudem unter öffentlichem Protest das renommierte Kennedy Center in Washington in "Trump Kennedy Center" umbenannt. Dies währte allerdings nur kurz: Zum Ärger des Präsidenten kam Trumps Name auf gerichtliche Anordnung im Juni wieder runter. Der Präsident kündigte zudem die "Trump Gold Card" an – eine Art Visum, das es bei Zahlung von fünf Millionen US-Dollar gibt. Über die Regierungswebseite "TrumpRx" sollten US-Amerikaner günstiger an Medikamente gelangen. Außerdem können sie einen Jahrespass für Nationalparks kaufen, auf denen der Präsident abgelichtet ist. Bürger Washingtons erhalten zudem unter bestimmten Bedingungen einen Reisepass, in dem ein streng blickender Trump abgebildet ist. Zuletzt stellte US-Finanzminister Scott Bessent dann auch neue Dollarnoten mit den Unterschriften des Präsidenten und Bessents vor. Gleiten die USA unter Trump in eine autokratische Herrschaft ab? Harvard-Forscherin Lisa McGirr erklärt im SPIEGEL-Interview , welche historischen Vorbilder die Trump-Regierung hat und welche Rolle dabei der deutsche Nationalsozialismus spielt.