Geburten: Debatte um Babyklappe in Potsdam nach Aus für Geburtshilfe

Datum09.07.2026 17:59

Quellewww.zeit.de

TLDRBrandenburgs Gesundheitsministerium hält das Aus der einzigen Babyklappe in Potsdam nach Schließung der Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus für vertretbar, da sie seit fünf Jahren nicht genutzt wurde und anonyme Geburten sowie Babylotsinnen Alternativen darstellen. Oberbürgermeisterin Aubel setzt sich für eine Verlagerung zum Klinikum Ernst von Bergmann ein, welches die Geburtshilfe übernehmen wird. Eine Online-Petition gegen die Schließung der Geburtshilfestation protestiert.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Geburten“. Lesen Sie jetzt „Debatte um Babyklappe in Potsdam nach Aus für Geburtshilfe“. Das Gesundheitsministerium in Brandenburg hält das Aus für die Babyklappe am St. Josefs Krankenhaus in Potsdam für vertretbar. Die Potsdamer Oberbürgermeisterin Noosha Aubel setzt sich jedoch für eine Verlagerung an das Klinikum Ernst von Bergmann ein. Wegen der zum 1. August anstehenden Schließung der Geburtshilfe am Alexianer St. Josefs-Krankenhaus wurde der Betrieb der Babyklappe bereits eingestellt. Sie war die einzige Vorrichtung dieser Art in Brandenburg. Durch den Verzicht auf die Babyklappe sehe das Gesundheitsministerium "keine unzumutbare Einschränkung", teilte die Behörde mit. Sie sei in den vergangenen fünf Jahren nicht in Anspruch genommen worden. Im Jahr 2023 hatte das Krankenhaus mitgeteilt, dass seit der Eröffnung der Babyklappe 2003 zwölf Kinder darin abgelegt wurden. Wird ein Kind in den geschützten und gewärmten Korb hinter der von außen zu öffnenden Klappe gelegt, wird das Klinikpersonal durch ein Signal darauf aufmerksam gemacht. Das Gesundheitsministerium verwies auf die Möglichkeiten einer anonymen Geburt am Klinikum Ernst von Bergmann für Frauen in einer Notlage. Ab 1. September 2026 gebe es zudem sogenannte Babylotsinnen, die Schwangere und Familien frühzeitig beraten und an passende Unterstützungsangebote vermitteln können. Menschen, die eine Babyklappen nutzen wollten, könnten dies zudem im nahen Berlin auch weiterhin tun. Oberbürgermeisterin Aubel (parteilos) teilte via Instagram dagegen mit, die Verlagerung der Babyklappe sei dringend geboten. Erste Gespräche mit der Geschäftsführung am Klinikum Ernst von Bergmann habe es bereits gegeben. Mit der Schließung der Geburtstation am St. Josefs-Krankenhaus will das Klinikum Ernst von Bergmann die Versorgung Schwangerer mit übernehmen. "Das Team bereitet sich umfassend auf die neue Situation vor", hieß es. Im vergangenen Jahr kamen dort nach Angaben des Krankenhauses 1.638 Kinder zur Welt. Die angekündigte Schließung der Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus löste Protest aus. Eine Online-Petition zur Rettung der Station kam bis zum Nachmittag auf um die 15.900 Unterstützer-Unterschriften. Ein Sprecher des Krankenhauses sagte, die Entscheidung sei nach sorgfältiger Prüfung jedoch endgültig. © dpa-infocom, dpa:260709-930-361003/1