Datum09.07.2026 17:24
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Kanzler wirbt vor der Sommerpause für Wirtschaftsreformen und verbucht den Nato-Gipfel als Erfolg. Gleichzeitig laufen im Iran Trauerfeierlichkeiten für Ali Ajatollah Chamenei, die durch US-Angriffe und Zerstörung einer Bahnstrecke überschattet werden. Im Iran gibt es Gegenschläge. Die Belegschaft von VW plant Widerstand gegen Sparpläne, die bis zu 100.000 Jobs kosten könnten, während der Aufsichtsrat tagt.
InhaltVor der Sommerpause versucht der Kanzler im Bundestag, Zuversicht zu verbreiten. Den Nato-Gipfel verbucht er als Erfolg. Und: Iran zwischen Staatstrauer und Angriffen In seiner letzten Regierungserklärung vor der Sommerpause hat Bundeskanzler Friedrich Merz noch einmal für die Reformen seiner Regierung geworben. In ihrem Koalitionsausschuss hatten sich Union und SPD Anfang Juli auf 34 Maßnahmen geeinigt, um die Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern. Dazu zählen Steuerentlastungen für kleine und mittlere Einkommen, eine höhere Reichensteuer sowie lockerere Regeln bei befristeten Arbeitsverhältnissen. Auch die gesetzliche Krankenversicherung soll reformiert werden. Trotz der inzwischen abgelehnten Eilanträge der Opposition zeigte sich der Kanzler am Vormittag zuversichtlich, dass das neue Gesetz schon am morgigen Freitag verabschiedet wird. Auch auf den Nato-Gipfel in Ankara hat der Kanzler im Parlament zurückgeblickt. Aus seiner Sicht ist das Treffen für Deutschland und Europa erfolgreich verlaufen. Ein Beleg dafür sei, dass die Bundesregierung amerikanische Tomahawk-Marschflugkörper kaufen und in Deutschland stationieren werde. In welcher Stimmung und mit welcher Bilanz der Kanzler und seine Koalition in die Sommerpause gehen, erklärt Fabian Reinbold, politischer Korrespondent der ZEIT. Seit Freitag laufen im Iran die Trauerfeiern für Ali Ajatollah Chamenei. 37 Jahre lang war er der Machthaber der Islamischen Republik, bevor er Ende Februar im Alter von 86 Jahren bei einem Angriff der USA und Israels getötet wurde. Wie viele seiner Anhänger aus der Hauptstadt Teheran zur Beisetzung in seiner Heimatstadt Maschhad anreisen konnten, war allerdings ungewiss. Denn in der vergangenen Nacht ist die Bahnstrecke zwischen den beiden Städten durch US-Angriffe zerstört worden. Außerdem griffen die USA nach eigenen Angaben 90 weitere militärische Ziele an. 14 Menschen sind nach iranischen Angaben dabei getötet worden; das Regime in Teheran hat seinerseits Angriffe auf US-Stützpunkte in Bahrain, Kuwait und Katar gemeldet. Wie reagiert das Regime auf die Eskalation während der Trauerfeierlichkeiten? ZEIT-Iranexperte Omid Rezaee analysiert die Lage. Außerdem im Update: Gewerkschaften und Betriebsrat haben massiven Widerstand gegen die Sparpläne des Autokonzerns VW angekündigt. Bis zu 100.000 Menschen könnten ihren Job verlieren und vier Werke geschlossen werden. Heute tagt in Wolfsburg der Aufsichtsrat von VW. Max Hägler aus dem Wirtschaftsressort ordnet ein, wie es für den Autobauer und seine Mitarbeiter weitergehen kann. Und sonst so? Die britische Sängerin Bonnie Tyler ist im Alter von 75 Jahren gestorben, hinterlässt aber unsterbliche Erinnerungen. Moderation und Produktion: Hannah Grünewald Redaktion: Moses Fendel Mitarbeit: Maximilian Renzikowski Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.