Autoindustrie: Unruhe bei VW in Sachsen – IG Metall zeigt Kante

Datum09.07.2026 16:47

Quellewww.zeit.de

TLDRDie IG Metall wehrt sich gegen potenzielle Schließungspläne des VW-Werks in Zwickau und kritisiert die Informationspolitik des Konzerns scharf. Bezirksleiter Jan Otto bezeichnet die Gerüchte als "Generalangriff" und betont die immense regionale Bedeutung des Werks, das auf Elektromobilität umgestellt wurde. Er fordert ein klares Zukunftskonzept für sächsische Standorte, unterstützt von der Landespolitik, und bevorzugt den Verbleib bei VW, schließt aber Verkaufsoptionen nicht gänzlich aus.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Autoindustrie“. Lesen Sie jetzt „Unruhe bei VW in Sachsen – IG Metall zeigt Kante“. Die IG Metall will eine Schließung des VW-Werks in Zwickau nicht kampflos hinnehmen. Der für Berlin, Brandenburg und Sachsen zuständige Bezirksleiter Jan Otto sprach am Rande einer Kundgebung an der Gläsernen Manufaktur in Dresden von einem "Generalangriff" auf Volkswagen Sachsen. "Es herrscht großes Misstrauen gegenüber dem Vorstand nach allem, was auch durchgesteckt wurde in den letzten Tagen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Die Stimmung ist aufgeheizt, aufgeladen, und das ist völlig unnötig gerade. Aber das ist das Ergebnis einer verfehlten Informationspolitik des Konzerns."  Otto hofft, dass das, was kolportiert wurde, nicht auf den Tisch kommt. Im Fall von Zwickau gehe es um eine gesamte Region. Das hiesige VW-Werk habe mit den ganzen Zulieferern eine riesengroße Bedeutung. "Das können wir nicht zur Disposition stellen. Wir haben schon erhebliche Einschnitte hinnehmen müssen." Was zuletzt in den Medien zu lesen war, habe nicht dazu geführt, dass sich die Beschäftigten sicher fühlen. "Das werden wir im Übrigen auch nicht hinnehmen."  Der IG-Metall-Bevollmächtige verwies auf Rückhalt aus der sächsischen Landespolitik - von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und SPD-Wirtschaftsminister Dirk Panter. VW-Politik werde nicht nur in Niedersachsen gemacht. "Auch wir sind ein Teil davon. Unsere Standorte brauchen auch eine Zukunft. Das wird nicht reichen, sondern das braucht jetzt ein Gesamtkonzept. Übrigens ist es nicht die Aufgabe der IG Metall, das vorzulegen, aber wir sind bereit, daran mitzuarbeiten."  "Dieses Werk ist voll umgestellt worden auf E-Mobilität. Es ist auch kein gutes Zeichen, so ein Werk dann zu schließen. Deswegen kann ich dem Konzern auch nur raten, hier mit verantwortungsvollem Augenmaß vorzugehen", betonte Otto. Die Diskussionen müssten jetzt einfach aufhören - bundesweit. Wenn man das klug mache, könne es eine Gesamtstrategie geben. "Wir haben gute Leute, wir haben vor allem tolle Ingenieure und wir sind bereit, uns Dinge mit auszudenken." Man dürfe die Verantwortung aber nicht auf die Beschäftigten abschieben. Dafür gebe es Manager, die viel besser bezahlt würden.  Otto ging abschließend auch auf Vorstellungen ein, das Zwickauer Werk an chinesische Produzenten zu veräußern. Wie tragbar solche Ideen seien, könne er noch nicht einschätzen. "Ich kann nur sagen, uns ist am liebsten der Verbleib im Volkswagen-Konzern. Daran gibt es keinen Zweifel." Dennoch werde er anderen nicht verbieten, solche Ideen auf den Tisch zu packen. © dpa-infocom, dpa:260709-930-360584/1