Datum25.11.2025 19:45
Quellewww.spiegel.de
TLDREmmanuel Macron äußert sich pessimistisch über ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs und sieht keine Verhandlungsbereitschaft seitens Russlands. Bei einem Treffen der Koalition der Willigen zur Unterstützung der Ukraine wurde der US-28-Punkte-Plan besprochen, der in einigen Punkten überarbeitet wurde. Macron fordert Druck auf Russland und betont die Notwendigkeit einer starken ukrainischen Armee zur Selbstverteidigung. Zudem plant Frankreich gemeinsam mit anderen EU-Staaten, Sicherheitsgarantien für die Ukraine auszuarbeiten, einschließlich der Nutzung gefrorener russischer Vermögenswerte.
InhaltDer Weg zum Frieden in der Ukraine könnte noch lang sein. Frankreichs Präsident sieht auf russischer Seite wenig Verhandlungsbereitschaft. Die Koalition der Willigen plant indes Unterstützung für Kyjiw. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Die Verhandlungen über das Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine wecken mancherorts auch Hoffnungen auf ein mögliches Kriegsende. Doch der französische Präsident Emmanuel Macron bremst die Erwartungen. Er sehe keinerlei Anzeichen für ein baldiges Kriegsende, sagte er am Dienstag vor Journalisten nach einer Videokonferenz der sogenannten Koalition der Willigen zur Unterstützung der Ukraine. "Russland ist derzeit eindeutig nicht zu einem Waffenstillstand bereit", so Macron. Neben seinem Unwillen, den Krieg zu beenden, habe Moskau auch keine "Bereitschaft zu Gesprächen" über den US-Plan für die Ukraine gezeigt. Es müsse weiter Druck auf die russische Führung ausgeübt werden, damit sie Verhandlungen aufnimmt, forderte Macron. Delegationen der USA, der Ukraine und mehrerer europäischer Länder hatten am Sonntag in Genf Gespräche über den von den USA vorgelegten 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine geführt. Dieser kam in seiner ursprünglichen Fassung Moskau in zentralen Forderungen weit entgegen. Nach europäischen Angaben wurden bei den Gesprächen in Genf Änderungen erreicht. Die Gespräche in Genf hätten gezeigt, dass es "keine Einschränkungen" für die ukrainische Armee geben dürfe, sagte Macron weiter. Es bedürfe einer "starken ukrainischen Armee", um Russland selbst im Falle eines Friedensabkommens an einem erneuten Angriff zu hindern. Frankreich werde daher gemeinsam mit anderen Ländern der Europäischen Union eine Lösung zur finanziellen Unterstützung der Ukraine ausarbeiten. Dazu sollen auch eingefrorene russische Vermögenswerte genutzt werden, erklärte Frankreichs Präsident. Die Koalition der Willigen plant laut Macron außerdem eine Arbeitsgruppe, die Sicherheitsgarantien für die Ukraine ausarbeiten soll. Frankreich und Großbritannien werden diese Gruppe leiten, an der sich auch die Türkei und die Vereinigten Staaten beteiligen sollen. "In den nächsten Tagen werden wir die Beiträge jeder Partei finalisieren und diese Sicherheitsgarantien fertigstellen. Das ist für die Ukrainer von entscheidender Bedeutung, es ist entscheidend für die Aushandlung eines glaubwürdigen Friedens und für die Aufrechterhaltung des Drucks auf Russland", so Macron.