Datum09.07.2026 16:38
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Mitarbeiter von AfD/FPÖ-Europaabgeordneten war unter den Rechtsextremen, die das Hermannsdenkmal besetzten und Banner anbrachten. Der Staatsschutz ermittelt gegen fünf bekannte und weitere unbekannte Personen. Ihnen werden Hausfriedensbruch, Verstöße gegen das Vermummungs- und Pyrotechnikverbot sowie die Bildung einer nicht angemeldeten Versammlung vorgeworfen. Einer der Beschuldigten war bereits wegen Verstößen gegen Vermummungs- und Uniformierungsverbote verurteilt worden.
InhaltRechtsextreme besetzten im Juni ein historisches Nationaldenkmal in Detmold. Dabei befestigten sie Banner mit Parolen. Nun kommt heraus: Einer der Beschuldigten arbeitet für EU-Abgeordnete der AfD und FPÖ. Unter den Rechtsextremen der "Identitären Bewegung", die im Juni das Hermannsdenkmal in Detmold besetzt haben, ist ein Mitarbeiter mehrerer Europa-Abgeordneter von AfD und FPÖ. Das teilte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) bei einer Sitzung des Innenausschusses im Landtag mit. Reul beruft sich dabei auf Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft in Detmold. "Bei einem der namentlich bekannten Beschuldigten handelt es sich um einen akkreditierten Assistenten dreier Europaabgeordneter der AfD bzw. FPÖ", heißt es in der Mitteilung. Ermittelt werde gegen fünf namentlich bekannte und weitere noch unbekannte Personen. Den Männern werden verschiedene Punkte vorgeworfen, darunter den Verstoß gegen das Vermummungsverbot, Hausfriedensbruch, das verbotene Abbrennen von Pyrotechnik laut Sprengstoffgesetz und eine nicht angemeldete Versammlung. Die Männer hatten zuerst den Eintrittspreis für den Zugang zum Hermannsdenkmal bezahlt und waren dann in einen gesperrten Bereich eingedrungen. Dabei trugen einige der Beschuldigten T-Shirts mit dem Aufdruck "Remigration". Dort befestigen zwei von ihnen Banner mit den Aufdrucken "Heimat" und "verteidigen". Einer der Beschuldigten blieb mehrere Stunden an einem Seil gesichert auf dem Denkmal. Das Hermannsdenkmal erinnert an die Schlacht im Teutoburger Wald. Es stellt den Cheruskerfürsten Arminius mit erhobenem Schwert dar, der im Jahr neun nach Christus germanische Stämme gegen römische Legionen zum Sieg führte. Das Denkmal wurde im 19. Jahrhundert erbaut und ist eng mit der deutschen Nationsbildung verknüpft. Derzeit werden Zeugen zur der Aktion befragt und beschlagnahmte Kameras, Handys und weitere elektronische Geräte ausgewertet. Einer der Beschuldigten wurde laut NRW-Justizministerium im März 2026 wegen Beihilfe zum Vermummungsverbot und des Uniformierungsverbots zu einer Geldstrafe verurteilt. Die "Identitäre Bewegung" ist eine rechtsextreme, europaweit aktive Bewegung, die sich gegen Einwanderung wendet. In Deutschland wird sie vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft und beobachtet.