Niedersachsen: Das ist der schönste Heidschnuckenbock 2026

Datum09.07.2026 16:34

Quellewww.spiegel.de

TLDR"Mister Müden", ein 80 kg schwerer Heidschnuckenbock aus Neuenkirchen, wurde in Niedersachsen zum schönsten Tier gekürt. Die Heidschnucke, Wahrzeichen der Lüneburger Heide und gefährdete Nutztierrasse, ist wichtig für die Landschaftspflege und Artenvielfalt. Die jährliche Prämierung und Versteigerung von Jungböcken fördert die Zucht und den Erhalt der Kulturlandschaft, wie Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte betonte.

InhaltDie Heidschnucke gilt als genügsam und ist das Wahrzeichen der Lüneburger Heide. Einmal im Jahr wird ein besonders schönes Tier ausgezeichet, "Mister Müden" kommt in diesem Jahr aus Neuenkirchen im Heidekreis. Gesunde Beine, gerader Rücken, so wird man in Niedersachsen auf dem Heidschnuckentag in Müden an der Örtze zum schönsten aller Heidschnuckenböcke gekürt. "Mister Müden" ist in diesem Jahr ein 80 Kilogram schweres Jungtier aus Neuenkirchen im Heidekreis. Großgezogen hat das Tier der Züchter Franz Butz auf seinem Hof in der Hüte-Stammherde. Heidschnucken sind die Symboltiere der Lüneburger Heide, sie gelten als genügsam. Der Lüneburger Heidschnucken-Verband schätzt, dass in Niedersachsen 10.000 der Schafe leben. Früher waren sie die wichtigste Nutztierart, die Schnucken werden vor allem in der Landschaftspflege eingesetzt. Die graue gehörnte Schnucke ist eine gefährdete Nutztierrasse. Ihre Haltung sei eine wichtige Arbeit zum Erhalt der Kulturlandschaft, sagte die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte bei ihrem Rundgang. "Es geht darum, dass wir fördern, unterstützen müssen". In Müden kürt eine Kommission des Lüneburger Heidschnucken-Verbands jedes Jahr die schönsten und fittesten Tiere, anschließend werden sie versteigert. Nur die besten Jährlingsböcke werden zur Auktion zugelassen. In diesem Jahr wurden sie aus den etwa 1800 bis 1900 geborenen Bocklämmern der mehr als 20 Zuchtbetriebe ausgewählt. Zu den Auswahlkriterien neben der Beinstellung und dem Rücken auch das Gewicht, das äußere Erscheinungsbild, die Abstammung, der allgemeiner Wuchs, die Hornstellung, die Muskeln sowie die Woll- und Fellqualität. Die gesunden Beine sind wichtig, da Schnucken oft weite Wege zurücklegen müssen. Das Fell am Kopf muss immer schwarz sein. "Wo Schafbeweidung stattfindet, ist die höchste Artenvielfalt", sagte Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung. Schafe könnten bis zu 80 Arten transportieren, über das Fell und den Kot würden sie Samen weitertragen und so Biotope vernetzen. Berufs- und Hobbyschäfer müssten sich ergänzen, es gebe nur noch 900 professionelle Betriebe, sagte der Schafhalter aus Winsen/Luhe. Der Österreicher Rudolf Schaubach hat eine Art Kettenhemd für Schafe entwickelt. Es soll Herden vor Wölfen schützen. Tierschützer bezweifeln das und kritisieren den Erfinder. Der SPIEGEL hat den Rentner gesprochen, das Interview lesen Sie hier .