Denkmalschutz: Kirchen stellen sich gegen Änderungen im Denkmalschutz

Datum09.07.2026 14:25

Quellewww.zeit.de

TLDRKirchen in Sachsen, darunter die Evangelisch-Lutherische Landeskirche und das Bistum Dresden-Meißen, äußern Bedenken gegen geplante Reformen im Denkmalschutz. Die Regierung plant, das Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege in die Landesdirektion Sachsen zu integrieren, was laut Kirchen zu einem Verlust an Fachlichkeit führen könnte. Angesichts der vielen kirchlichen Denkmale in Sachsen sei die Expertise der bestehenden Ämter für deren Erhalt unerlässlich.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Denkmalschutz“. Lesen Sie jetzt „Kirchen stellen sich gegen Änderungen im Denkmalschutz“. Heimatvereine, Denkmalschützer und Archäologen haben sich bereits gegen geplante Reformen in der Denkmalpflege gewandt - jetzt melden sich auch die Kirchen besorgt zu Wort. Für den Schutz und den Erhalt kirchlicher Denkmale bedürfe es der "Beständigkeit im Grundsatz bewährter Verwaltungsstrukturen", teilten die Evangelisch-Lutherische Landeskirche und das Bistum Dresden-Meißen mit.  Hintergrund sind Beschlüsse der Landesregierung, nach denen das Landesamt für Archäologie und das Landesamt für Denkmalpflege in die Landesdirektion Sachsen eingegliedert und damit Teil einer großen Vollzugsbehörde werden sollen. Sachsen sei mit 101.000 Bau und 13.000 Bodendenkmalen eines der denkmalreichsten Bundesländer, so die Kirchen. "Einen wesentlichen Anteil an diesem reichen und vielfältigen Denkmalbestand haben die Kirchen und Kapellen." Für deren Erhalt seien Expertise und Verständnis der kirchlichen Belange nötig. Beides sei im Landesamt für Denkmalpflege zu finden. "Im Zusammenspiel der Integration der Fachämter für Archäologie und Denkmalpflege in die Landesdirektion mit der von der Staatsregierung angestrebten Novellierung des Denkmalschutzgesetzes ist ein Verlust an Fachlichkeit beim Erhalt und der Pflege kirchlicher Denkmale mit ihren Besonderheiten zu befürchten", kritisierten die Kirchen. Die Landesämter sollten daher fortbestehen. Anfang Juni hatten bereits zahlreiche Initiativen, Heimat- und Geschichtsvereine sowie bundesweite Fachverbände einen offenen Brief mit dem Titel "Keine Zerschlagung der Archäologie, keine Zerstörung der Denkmalpflege in Sachsen" auf den Weg gebracht.  Der Freistaat Sachsen muss sparen und will dazu Tausende Stellen bei den Landesbediensteten abbauen. Zudem sollen Verwaltungsstrukturen reformiert werden. © dpa-infocom, dpa:260709-930-359512/1