Reaktivierung von Kaserne: Kommt die Bundeswehr zurück nach Sigmaringen?

Datum09.07.2026 13:56

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Bundeswehr erwägt die Reaktivierung der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen als einen von acht möglichen Standorten für den neuen Wehrdienst. Begründet wird dies mit dem erhöhten Platzbedarf für Rekruten. Die Stadt Sigmaringen begrüßt die Pläne, bedarf jedoch einer Klärung bezüglich der Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Gelände. Die Entscheidung steht noch aus, Gespräche mit relevanten Akteuren sind geplant. Der neue Wehrdienst ist eine Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage und geplante Vergrößerung der Bundeswehr.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Reaktivierung von Kaserne“. Lesen Sie jetzt „Kommt die Bundeswehr zurück nach Sigmaringen?“. Weil für die neuen Rekruten des Wehrdienstes mehr Platz benötigt wird, will die Bundeswehr eine ehemalige Kaserne in Baden-Württemberg möglicherweise wieder reaktivieren. Einer von acht möglichen Standorten in Deutschland sei die ehemalige Graf-Stauffenberg-Kaserne mit dem dortigen Standortübungsplatz, teilte das Bundesverteidigungsministerium in Berlin mit.  Das Gelände eigne sich aufgrund seiner Lage, seiner Infrastruktur und seiner Kapazitäten besonders gut für den neuen Wehrdienst, hieß es. Eine finale Entscheidung über die Reaktivierung sei aber noch nicht getroffen. Man gehe bei den Planungen nun in die nächste Phase. Man werde mit allen relevanten Akteuren die Möglichkeiten und Herausforderungen einer zukünftigen Nutzung vor Ort erörtern, teilte das Ministerium mit.  Die Stadt Sigmaringen begrüßte das Interesse der Bundeswehr an der ehemaligen Kaserne. Stadt und Gemeinderat wünschten sich eine Wiederansiedlung der Bundeswehr, sagte Bürgermeister Marcus Ehm. Wie man mit der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge umgehe, die auf Teilen des Areals untergebracht sei, müssten Bund und Land klären, teilte die Stadt mit.  Das Verteidigungsministerium hatte bereits im Herbst 2025 die Umwandlung ehemaliger Militärstandorte ausgesetzt und das mit einem höheren Bedarf wegen der geplanten Vergrößerung der Bundeswehr begründet. Im Südwesten waren damals 26 Standorte betroffen, inzwischen sind es nur noch 22.  Das Gesetz für den neuen Wehrdienst auf freiwilliger Basis war am 1. Januar in Kraft getreten. Alle Männer und Frauen, die volljährig werden, erhalten Fragebögen, um Eignung und Motivation für die Bundeswehr zu erheben. Junge Männer müssen den Bogen verpflichtend ausfüllen, für junge Frauen ist dies freiwillig.  Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Ziele. So soll die aktive Truppe auf 260.000 Männer und Frauen wachsen. Ende des ersten Quartals waren es rund 185.000. Zudem soll es 200.000 Männer und Frauen in der Reserve geben. Sollten die Zielkorridore verfehlt werden, kann der Bundestag über eine Wehrpflicht entscheiden. © dpa-infocom, dpa:260709-930-359290/1