Außenhandel: Deutsche Exporte steigen vierten Monat in Folge, US-Geschäft wächst

Datum09.07.2026 10:05

Quellewww.zeit.de

TLDRDie deutschen Exporte stiegen im Mai unerwartet zum vierten Mal in Folge um 0,9 Prozent, hauptsächlich aufgrund einer starken Nachfrage aus den USA und China. Insbesondere das Geschäft mit den USA verzeichnete einen Zuwachs von 23,1 Prozent. Trotz dieser positiven Entwicklung warnen Ökonomen vor Euphorie, da Handelshemmnisse und eine Verlagerung der Produktion in die USA den transatlantischen Handel beeinträchtigen könnten. Exporte in die EU-Staaten hingegen sanken leicht. Der Iran-Konflikt stellt eine potenzielle Belastung dar.

InhaltLichtblick für die deutsche Wirtschaft: Die Exporte legen im Mai erneut zu – auch dank des starken US-Geschäfts. Zugleich warnen Ökonomen vor zu viel Euphorie. Die deutschen Exporteure haben ihre ​Erfolgsserie trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg ausgebaut: Ihre Ausfuhren stiegen im Mai überraschend den vierten Monat in Folge. Die Warenexporte wuchsen wegen der höheren Nachfrage aus den USA ​und China im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent ⁠auf 137,9 Milliarden Euro, wie ​das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten ‌indes mit ⁠einem Rückgang von 0,3 ​Prozent gerechnet. Die Importe schrumpften hingegen um 2,5 Prozent auf 118,8 Milliarden Euro. "Trotz aller Wettbewerbsnachteile entwickeln sich ​die Exporte robust", sagte der Chefvolkswirt von ABN Amro Deutschland, Alexander Krüger. "Den Exporten hilft, dass die US-Wirtschaft weiter dampft." Die meisten Ausfuhren in ein einzelnes Land gingen erneut in die USA: Dorthin wurden deutsche Waren im Wert von 14,1 Milliarden Euro geliefert, das waren ⁠23,1 Prozent mehr als im ​Vormonat. Ökonomen warnen zugleich aber vor zu viel Euphorie. "Die üppigen Exportzuwächse gegenüber den USA sollten derweil nicht als Trendwende im transatlantischen Handel verstanden werden", schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Die Handelshemmnisse haben sich mit den Trump'schen Zöllen erhöht, gleichzeitig verlagern viele Unternehmen ihre Produktion direkt in die USA." Damit werde das Exportvolumen über den Atlantik nachhaltig ein geringes sein. Das deutsche China-Geschäft legte um 7,1 Prozent zum Vormonat auf ‌6,2 Milliarden Euro zu. ‌Die Exporte in die EU-Staaten sanken entgegen dem ​Trend um 1,1 Prozent auf 78,3 Milliarden Euro. Belastet werden könnte die deutsche Exportwirtschaft künftig vom wiederaufgeflammten Iran-Krieg. US-Präsident Donald Trump hatte ​am Mittwoch das vorläufige Waffenstillstandsabkommen für nichtig erklärt. Die USA griffen nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran an, der ‌wiederum mit Attacken auf Kuwait und Bahrain reagierte.