Bericht: RKI: In Thüringen schon jetzt mehr Hitzetote als im Vorjahr

Datum09.07.2026 09:35

Quellewww.zeit.de

TLDRDas RKI schätzt, dass in Thüringen bereits mehr Menschen durch Hitze gestorben sind als im Vorjahr. Bis Ende Juni wurden 120 Hitzetote gezählt, bedingt durch die Rekordtemperaturen Ende Juni. Bundesweit liegt die Schätzung für dieses Jahr bei 5.120 Hitzetoten. Oftmals verschlimmert Hitze bestehende Erkrankungen, was zu einer erhöhten Mortalität führt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bericht“. Lesen Sie jetzt „RKI: In Thüringen schon jetzt mehr Hitzetote als im Vorjahr“. In Thüringen ist es in diesem Sommer nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts bereits zu mehr hitzebedingten Todesfällen gekommen als im vergangenen Jahr. Das RKI geht von 120 Hitzetoten bis Ende Juni aus. In diesen Zeitraum fällt die brütend heiße Phase in der letzten Juniwoche, während der auch in Thüringen die Temperaturen über die 40-Grad-Celsius-Marke gestiegen waren. Für 2025 nennt das RKI 40 Todesfälle im Zusammenhang mit Hitze. Deutschlandweit schätzt das RKI die Zahl der Sterbefälle im Zusammenhang mit Hitze in diesem Jahr auf 5.120, wie aus dem Wochenbericht für die letzte Juniwoche hervorgeht. Das sind fast doppelt so viele wie 2025 (2.600). Über einen Zehn-Jahres-Zeitraum hinweg haben Hitzewellen in Thüringen laut RKI zu Hunderten Todesfällen geführt. Seit 2016 gehen die RKI-Schätzungen von insgesamt 770 Hitzetoten aus, allein im Jahr 2018 starben 180 Menschen, im Jahr 2019 waren es 140. Anzunehmen sei, "dass auch in diesem Sommer auftretende Hitzeperioden wieder in gleicher Weise zu erhöhter Mortalität führen", heißt es in dem Wochenbericht. Unmittelbar zum Tod führt Hitzeeinwirkung nur in einigen Fällen, etwa bei einem Hitzschlag, so das RKI. Meistens komme eine Kombination aus starker Hitze und bereits bestehenden Vorerkrankungen, vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungen- und Nierenkrankheiten, zusammen. Diese werden dann meist als Todesursache angegeben. "Hitze steht in der Regel nicht als Todesursache auf dem Totenschein", erläuterte eine RKI-Sprecherin. Deshalb wird das Ausmaß hitzebedingter Sterbefälle mit statistischen Methoden bestimmt. Das RKI wertet dafür unter anderem Lufttemperaturdaten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aus. Typischerweise werde ab einer Wochenmitteltemperatur von etwa 20 Grad Celsius ein hitzebedingter Anstieg der Gesamtmortalität sichtbar. Dieser bundesweite Durchschnittswert aller gemessenen Tages- und Nachttemperaturen innerhalb einer Kalenderwoche lag in der Hitzewelle Ende Juni bei gut 26 Grad Celsius. Ärzte warnen immer wieder vor den gesundheitlichen Folgen von Hitzewellen vor allem für ältere Menschen, Vorerkrankte, Schwangere, Kinder und Menschen, die im Freien körperlich arbeiten. © dpa-infocom, dpa:260709-930-357291/1