Datum09.07.2026 08:04
Quellewww.zeit.de
TLDREine BUND-Umfrage zeigt fünf Jahre nach der Ahrtal-Flut: 44,5 Prozent der Deutschen fühlen sich unzureichend vor Hochwasser geschützt. Nur 35,7 Prozent halten Bund, Länder und Kommunen für gut vorbereitet. Der BUND fordert mehr Engagement und naturbasierte Lösungen für ökologischen Hochwasserschutz. Die Gefühle des unzureichenden Schutzes variieren stark zwischen den Bundesländern.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Katastrophales Hochwasser“. Lesen Sie jetzt „BUND-Umfrage: Hochwasserschutz für viele unzureichend“. Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal ist der Schutz vor Starkregen und Hochwasser aus Sicht vieler Menschen in Deutschland weiterhin unzureichend. Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ergab, fühlen sich 44,5 Prozent der Befragten an ihrem Wohnort unzureichend geschützt. 35,7 Prozent halten demnach Bund, Länder und Kommunen für ausreichend auf Hochwasser vorbereitet. Die Geschäftsführerin Politik beim BUND, Verena Graichen, sprach von einem "Weckruf an die Politik". Bund, Länder und Kommunen müssten den Schutz vor Starkregen und Hochwasser endlich ernst nehmen und sinnvoll planen. Es brauche kluge Entscheidungen für ökologischen Hochwasserschutz. "Mit naturbasierten Lösungen kann das Wasser bereits zu großen Teilen im Einzugsgebiet zurückgehalten werden. Die Flüsse bekommen so auch ausreichend Raum für Überschwemmungen, ohne Schaden anzurichten", erklärte Graichen. Bei der Umfrage des Instituts Civey ergaben sich auch klare Unterschiede zwischen den Bundesländern. Während sich in Bayern 44 Prozent der Befragten an ihrem Wohnort geschützt fühlten, waren es in Brandenburg nur 30 Prozent. In den von der Ahrtalflut betroffenen Ländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren es 34 beziehungsweise 31 Prozent. Die Flutkatastrophe im Ahrtal ist nach fünf Jahren immer noch präsent. Nach Starkregen kam es in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 zu einer verheerenden Sturzflut. Dabei starben 136 Menschen in Rheinland-Pfalz, 49 in Nordrhein-Westfalen. Mehrere hundert Menschen wurden verletzt. Als die Flut kam, riss sie Autos, Häuser und Leben mit sich. Es folgte für viele Menschen eine harte Zeit voll Trauer, Frust und erzwungenen Neuanfängen. Für die Umfrage wurden 10.000 Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren im Zeitraum vom 15. Juni bis 18. Juni 2026 befragt. © dpa-infocom, dpa:260709-930-356847/1