Meta baut erstes Rechenzentrum in Kanada

Datum09.07.2026 07:01

Quellewww.spiegel.de

TLDRMeta errichtet sein erstes kanadisches Rechenzentrum in Alberta für 9,17 Milliarden US-Dollar. Die Anlage mit einem Gigawatt Leistung wird einen erheblichen Strombedarf haben und durch ein von Pembina betriebenes Gaskraftwerk versorgt. Dies geschieht trotz angespannter Wirtschaftsbeziehungen zu den USA und wirft Fragen bezüglich der Nachhaltigkeit auf, da Alberta stark auf fossiles Erdgas zur Stromerzeugung setzt.

InhaltDie Wirtschaftsbeziehungen zwischen Kanada und den USA stehen zurzeit nicht zum besten. Ungeachtet dessen plant Facebook-Mutter Meta dort ein Rechenzentrum von gigantischen Ausmaßen. Der Facebook-Mutterkonzern Meta baut im Zuge des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) sein ​erstes Rechenzentrum in Kanada. Die Anlage in der Provinz Alberta habe eine Leistung von ‌einem Gigawatt und koste 9,17 Milliarden Dollar (13 Milliarden kanadische Dollar), teilte der US-Technologiekonzern am Mittwoch mit. Es ist das weltweit 33. Rechenzentrum von Meta. Die neue Anlage im Sturgeon County soll so viel Strom verbrauchen wie ​800.000 Haushalte. Meta will die Stromerzeugung und die Netzinfrastruktur für das Projekt vollständig selbst ⁠finanzieren. ⁠Der Konzern investiert derzeit Hunderte Milliarden Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Die kanadische Provinz wirbt bei Technologieunternehmen mit günstigem Erdgas und niedrigen Temperaturen, die ‌die Kühlung der riesigen Supercomputer kostengünstiger machen. ​Um den enormen Energiebedarf ‌zu decken, arbeitet Meta mit dem kanadischen Pipelinebetreiber Pembina zusammen. Dieser baut in Sturgeon County ein neues Gaskraftwerk, das Ende 2030 in Betrieb gehen soll und für das Meta ‌einen langfristigen Abnahmevertrag geschlossen hat. Das Projekt benötigt Pembina zufolge täglich rund 4,25 Millionen Kubikmeter Erdgas. Die kanadische Regierung hatte im ‌vergangenen Monat in ihrer KI-Strategie noch ​hervorgehoben, dass neue ‌Rechenzentren vom emissionsarmen Stromnetz des Landes profitieren könnten. Die meisten ‌in ​Kanada geplanten Anlagen befinden sich jedoch in Alberta, wo die Stromerzeugung stark von fossilem Erdgas ​abhängt und die Emissionen ⁠fast fünfmal so hoch sind ​wie ​im landesweiten Durchschnitt.