Klimawandel: Heißester Juni in Westeuropa seit Beginn der Aufzeichnungen

Datum09.07.2026 06:28

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Juni 2026 war der heißeste jemals in Westeuropa gemessene. Die Temperaturen lagen über drei Grad Celsius über dem Durchschnitt. Weltweit war es der zweitwärmste Juni. Experten warnen vor intensiveren Hitzewellen und Risiken für Mensch und Umwelt. Die anhaltende Erwärmung des Klimasystems wird durch außergewöhnlich hohe Meeresoberflächentemperaturen und Waldbrände verdeutlicht.

InhaltDer Juni 2026 war nach Daten des EU-Klimadienstes Copernicus der heißeste Juni, der jemals in Westeuropa gemessen wurde. Noch intensivere Hitzewellen könnten folgen. Der vergangene Juni ist der heißeste jemals gemessene in Westeuropa gewesen. Im Vergleich zum Juni-Durchschnittswert der Jahre 1991 bis 2020 lagen die Temperaturen in Westeuropa im vergangenen Monat mehr als drei Grad Celsius höher, bei 20,74 Grad Celsius, wie der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus in Bonn mitteilte. Auf ganz Europa gesehen war der Juni den Angaben zufolge der zweitwärmste der Geschichte. Auch weltweit stiegen die Temperaturen den Angaben zufolge auf den zweithöchsten Durchschnittswert. Die Durchschnittstemperatur betrug 16,54 Grad, was 0,56 Grad über dem Junidurchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 liegt. Der Juni lag damit 1,39 Grad über dem geschätzten vorindustriellen Durchschnitt für diesen Monat. "Der Juni 2026 hat deutlich gemacht, wie tiefgreifend sich das Klima verändert", sagte Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus. Die Höchstwerte spiegelten zusammengenommen "ein Klimasystem wider, in dem sich weiterhin Wärme ansammelt. Die Folge sind immer intensivere Hitzewellen, ein anhaltend warmer Ozean und wachsende Risiken für Menschen, Ökosysteme und Infrastruktur in ganz Europa und darüber hinaus." Die Hitzewelle in der zweiten Junihälfte – nach einer ersten Hitzeperiode im Mai – sorgte in mehreren westeuropäischen Ländern für neue Höchsttemperaturen. Diese schnell aufeinanderfolgenden extremen Wetterereignisse machten die künftigen Herausforderungen deutlich, teilte Copernicus mit. In Südwesteuropa habe die damit einhergehende Trockenheit zu Waldbränden geführt. Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur für Ozeane außerhalb der Polargebiete sei im Juni mit 20,86 Grad die höchste jemals registrierte Temperatur für diesen Monat gewesen. Der EU-Klimadienst Copernicus veröffentlicht regelmäßig Daten zur Temperatur an der Erdoberfläche, zur Meereisdecke und zu Niederschlägen. Die Erkenntnisse beruhen auf computergenerierten Analysen, in die Milliarden von Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen auf der ganzen Welt einfließen. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) verzeichnete für das letzte Juniwochenende mehrere neue deutsche Temperaturhöchststände. Demnach war es am 27. Juni an der Wetterstation Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt nach vorläufigen Daten 41,8 Grad heiß.