Bundeswehr : Grüne und SPD für Abzug der Bundeswehrschiffe aus Nahem Osten

Datum09.07.2026 05:18

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Grünen und die SPD im Bundestag fordern den Abzug der deutschen Bundeswehrschiffe aus dem Nahen Osten. Angesichts der eskalierenden Spannungen und gegenseitigen Angriffe, die die Situation als "äußerst fragil" beschreiben, bezweifeln sie die Sinnhaftigkeit eines längeren Verbleibs der Schiffe. Sie halten einen baldigen Abzug für denkbar, da eine belastbare Waffenruhe und eine Zustimmung des Iran für einen potenziellen Einsatz in der Straße von Hormus unwahrscheinlich erscheinen.

InhaltDer Irankrieg geht wieder weiter. Die Bundestagsfraktionen von Grünen und SPD fordern daher die beiden in die Region entsandten Bundeswehrschiffe wieder zurückzuholen. Wegen der neuerlichen gegenseitigen Angriffe im Irankrieg steht die Rückholung der beiden in der Region befindlichen Bundeswehrschiffe im Raum. Sie könne sich "nicht vorstellen, dass man die Schiffe in dieser Lage länger vor Ort auf ein Wunder warten lässt", sagte die verteidigungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sara Nanni, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Auch der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetovic, hält eine Rückverlegung der Schiffe für denkbar. "Wie es mit unseren beiden Schiffen weitergeht, muss täglich an die Sicherheitslage vor Ort geknüpft werden", sagte Ahmetovic. "Alle Optionen – also auch ein Abzug von Mosel und Fulda – müssen auf den Tisch", sagte Ahmetovic dem RND. Das Minenjagdboot Fulda sowie das Versorgungsschiff Mosel der Bundeswehr sind derzeit in der Region. Sie warten auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus für eine sichere Handelsschifffahrt. Als Bedingung für einen solchen Einsatz gelten aber eine belastbare Waffenruhe sowie die Zustimmung des Iran. Ahmetovic bezeichnete die Waffenruhe angesichts der erneuten Kämpfe als "äußerst fragil". Nanni sagte, sie rechne damit, dass die Besatzungen der beiden Schiffe "den Sommer in Deutschland verbringen dürfen". Im September müssten die Besatzungen der beiden Schiffe ohnehin nach Deutschland zurückkehren. Bis dahin werde es ihrer Einschätzung nach "keine tragfähige Vereinbarung oder ein verantwortliches Mandat des Bundestags" für einen weiteren Einsatz geben können.