Der Vogel des Jahres: Tausende Rufe gezählt – Hoffnung für das Rebhuhn

Datum09.07.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Rebhuhn, Vogel des Jahres 2026, zeigt nach Jahren des Rückgangs erste Hoffnung. Über 3.100 Rufe wurden bundesweit gezählt, mehr als im Vorjahr. Schutzmaßnahmen wie Blühflächen und Brachen zeigen Wirkung. Trotz einer leichten Erholung über fünf Jahre bleiben die Bestände deutschlandweit weitgehend stabil. Der größte Rückgang seit 1980 beträgt über 80 Prozent. Der Nabu sieht den Insektenschwund als Hauptursache.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Der Vogel des Jahres“. Lesen Sie jetzt „Tausende Rufe gezählt – Hoffnung für das Rebhuhn“. Für den Vogel des Jahres 2026, das Rebhuhn, gibt es nach einem jahrzehntelangen Abwärtstrend Hoffnungsschimmer. In den bundesweit zehn Projektregionen sind in diesem Frühjahr mehr als 3.100 Rufe männlicher Rebhühner von Freiwilligen dokumentiert worden. Das sind im Durchschnitt 1,6 Nachweise pro Zählroute, wie der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) mitteilte. Im Vorjahr waren es 2.800 Rufe und 1,49 Nachweise pro Route.  Die durchschnittliche Bestandsdichte lag in diesem Jahr den Angaben zufolge bei 2,09 Rufnachweisen pro 100 Hektar Agrarfläche um die Zählrouten in den Projektgebieten herum. Damit werde der Wert des starken Rebhuhn-Jahres 2024 von 2,02 Nachweise pro 100 Hektar Ackerfläche sogar noch übertroffen, schreiben die Autoren. Im Jahr 2025 lag die durchschnittliche Bestandsdichte bei 1,96 Rufnachweisen pro 100 Hektar Agrarfläche in den Projektgebieten. "Nach weit verbreiteten Rückgängen im vergangenen Jahr konnten sich viele Populationen erholen und der Gesamttrend über fünf Jahre zeigt eine positive Bestandsentwicklung", heißt es zu den Projektgebieten. Die Schutzmaßnahmen zeigten eine erste Wirkung. Rückblickend auf fünf Jahre Rebhuhn-Monitoring sei erkennbar, "dass die Rebhuhnbestände deutschlandweit weitgehend stabil bleiben und weder eine Erholung noch ein deutlicher Rückgang absehbar sind". Zu den Projektgebieten gehört die Dümmerregion, die sich in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erstreckt. Hier sind die Rufnachweise zwar von 121 auf 134 gestiegen. Der Anstieg gleiche aber noch nicht den Rückgang von 2025 aus. Im Jahr 2024 waren 163 Rufnachweise kartiert worden. Aktuell gibt es im Projektgebiet Dümmerregion 1,5 Rufnachweise pro 100 Hektar Agrarfläche. In den Jahren 2023 bis 2025 waren es im Durchschnitt mit einem Wert von 1,65 mehr.  Die Initiative "Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!" geht nach früheren Angaben davon aus, dass noch etwa 35.000 bis 61.000 Brutpaare in Deutschland leben. Das bedeute einen Rückgang zwischen 1980 und 2025 um über 80 Prozent. Um das Rebhuhn zu retten, setzt die Initiative in zehn Projektgebieten, bei denen es Teilgebiete gibt, Schutzmaßnahmen um. Dazu gehören mehrjährige Blühflächen und Brachen, niedrig wachsende Untersaat, Feld- und Wegraine sowie Hecken. Das Bejagen von Fressfeinden der Rebhühner ist auch Thema.  Die Umweltorganisation Nabu sieht unter anderem den Rückgang von Insekten als Faktor für das Schrumpfen des Bestands. In den ersten Lebenswochen seien junge Rebhühner auf Insekten und Spinnen als Nahrung angewiesen. Bei der jährlichen Zählaktion wird auf eine akustische Provokation gesetzt. Aus einem Lautsprecher wird der Revierruf "kirräck" abgespielt. Wenn aus den Feldern dieser Ruf als Antwort kommt, kann ein Kreuz auf der Landkarte gemacht werden. Auf diese Weise werden die männlichen Rebhühner gezählt. © dpa-infocom, dpa:260709-930-356217/1