Datum09.07.2026 01:24
Quellewww.spiegel.de
TLDRDrei junge Männer aus NRW verstießen in Mendig gegen ein Zutrittsverbot und verirrten sich in einem tiefen, unterirdischen Lava-Tunnelsystem. Ein Notruf ermöglichte eine Rettungsaktion unter Beteiligung von Feuerwehr, Polizei und einem Experten. Die Männer, die aus Neugier handelten, wurden leicht unterkühlt geborgen und sehen nun Strafanzeigen sowie den Kosten des Einsatzes entgegen. Die Felsenkeller, die durch Basaltabbau entstanden und zur Bierlagerung genutzt wurden, sind nur bei geführten Touren zugänglich.
InhaltMitten in einem erkalteten Lavastrom spannt sich unter der Stadt Mendig ein Netz von Felsenkellern – in 32 Meter Tiefe. Eine Gruppe von Männern betrat das Areal trotz Verbot und verlor die Orientierung. Zahlreiche Helfer mussten anrücken. Dunkel, kalt und tief: Drei junge Männer haben sich in Mendig in der Osteifel in einem unterirdischen Lava-Tunnelsystem verirrt. Obwohl es verboten ist, seien sie in die Stollen gelangt, hätten dann aber in dem weit verzweigten Areal die Orientierung verloren, sagte ein Polizeisprecher. "Zum Glück konnten sie einen Notruf absetzen." Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst seien im Einsatz gewesen, außerdem ein Experte des Umweltministeriums. Er hatte Pläne des Tunnelsystems, erklärte der Polizeisprecher. An verschiedenen Eingängen sei dann nach den Männern gerufen worden – schließlich mit Erfolg. Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter "Die Lage am Abend" – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail. Bei den Männern handelt es sich den Angaben zufolge um "Heranwachsende" aus Nordrhein-Westfalen. Bei ihrer Rettung waren sie laut Polizei leicht unterkühlt. Die Temperatur in den Stollen liege konstant bei sieben Grad, sagte der Sprecher. Gegen die Männer, die "aus Neugier" in die Tiefe stiegen, wurde eine Strafanzeige gestellt. Sie müssen damit rechnen, die Kosten des Einsatzes am Mittwochnachmittag zu tragen. "Die Polizei warnt eindringlich davor, unberechtigt die unterirdischen Tunnelsysteme zu betreten und damit sein Leben und das Leben der Einsatzkräfte zu gefährden", hieß es. Mitten in einem erkalteten Lavastrom spannt sich 32 Meter unter der Stadt Mendig in Rheinland-Pfalz ein Netz von Felsenkellern. Es umfasst knapp drei Quadratkilometer. Bei Führungen, die vom Vulkanmuseum Lava-Dome organisiert werden, können die Keller besichtigt werden. Das System aus Stollen und Schächten entstand im späten Mittelalter, als die Mendiger begannen, den schwarzen Basalt abzubauen. Er entstand durch einen Lavastrom der letzten Vulkanausbrüche. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich durch den intensiven Abbau nach Angaben der Stadt das größte Basaltlavabergwerk der Welt. Mitte des 19. Jahrhunderts nutzten die damals 28 Brauereien in der Stadt die Felsenkeller wegen ihrer konstant idealen Temperatur zur Lagerung der Biere.