Datum09.07.2026 01:16
Quellewww.zeit.de
TLDRDie asiatische Tigermücke breitet sich in Hessen aus. Sie ist zwar meist harmlos, kann aber Krankheitserreger wie Dengue oder Zika übertragen. Da sie sich in kleinsten Wasseransammlungen vermehrt, wird zur Vorbeugung das regelmäßige Leeren von Blumentopf-Untersetzern, Vasen und ähnlichem empfohlen. Meldungen über Sichtungen helfen Behörden, die Verbreitung zu dokumentieren.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tiere“. Lesen Sie jetzt „Was ich über die Tigermücke in Hessen wissen muss“. Sie ist klein, schwarz-weiß gestreift und stammt aus Südostasien. Doch auch in Hessen breitet sich die Tigermücke aus. "Am häufigsten begegnet sie uns derzeit in Südhessen, und wir sehen, dass sie langsam auch weiter nach Norden wandert", sagt die hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU). "Bis zum Ende der vergangenen Saison im September gab es Nachweise in 14 Städten und Landkreisen, insgesamt aus 40 Städten und Gemeinden." Eigentlich ist ihr Stich eher harmlos und führt wie bei anderen Mückenstichen auch zu Juckreiz und Schwellungen. Jedoch kann die Tigermücke Krankheitserreger wie das Dengue-, das Chikungunya- und das Zika-Virus übertragen. Bisher ist in Deutschland kein Fall bekannt, bei dem eine hier lebende Tigermücke einen solchen Erreger übertragen hat. Experten halten das aber nur für eine Frage der Zeit. Einen Erreger kann die Mücke nur übertragen, wenn sie sich selbst vorher an einem erkrankten Blutwirt infiziert. Die Tigermücke sei im Gegensatz zu den Hausmücken in der Lage, schon kleinste Wasseransammlungen zu nutzen, um sich zu vermehren, erklärte unlängst Mückenexpertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg. Es reichten mit Wasser gefüllte Blumentopf-Untersetzer, Vogeltränken oder Blumenvasen auf Friedhöfen. "Wenn nur zwei bis drei Millimeter Wasser stehen bleiben, reicht das völlig aus." Die Tigermücke wird zudem zum echten Plagegeist für jede Gartenparty. "Das sind ganz kleine fiese Stecher. Sie können Aufenthalte im Freien echt unangenehm machen", meint die Expertin. In Deutschland wurde die relativ kleine Mücke mit dem arttypischen weißen Streifen auf dem Rücken erstmals 2007 dokumentiert - und zwar in der Nähe der Grenze zur Schweiz. 2018 kam sie dann erstmals nachweislich nach Hessen. Laut dem Umweltministerium in Wiesbaden werden Tigermücken etwa regelmäßig an der Bergstraße, in Darmstadt-Dieburg, in Groß-Gerau, in Wiesbaden, im Main-Taunus-Kreis, in Frankfurt, im Hochtaunuskreis, im Main-Kinzig-Kreis und in Hanau gesichtet. Einzelne Tiere wurden außerdem im Odenwaldkreis, in Darmstadt, im Landkreis Offenbach, im Rheingau-Taunus-Kreis und im Wetteraukreis gefunden. "Wir schauen genau hin, denn je mehr wir über ihre Verbreitung wissen, desto besser können wir gemeinsam vorsorgen", sagt die Ministerin. "Das Wirksamste können die Menschen ganz einfach selbst tun, im eigenen Garten und auf dem Balkon, und es kostet nichts. Es ist der regelmäßige Blick auf alles, worin sich Wasser sammeln kann." So sollten schon kleinste Wassermengen regelmäßig geleert werden - etwa in Untersetzern, Vasen, Regentonnen, verstopften Dachrinnen oder alten Eimern, erklärt Stolz. "Am Ende gilt ein einfacher Satz: Wer kein Wasser stehen lässt, gibt der Tigermücke keine Chance!" "Am besten fangen Sie die Mücke vorsichtig, ohne sie zu zerdrücken, und machen ein Foto, auf dem die Merkmale gut zu sehen sind, vor allem der weiße Streifen auf dem Rücken", sagt die Ministerin. Das Tier könne aber auch eingefroren und in einer Streichholzschachtel verpackt per Post an das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege in Darmstadt geschickt werden. Aus all diesen Meldungen entstehe dann eine Karte für ganz Hessen. Jede einzelne Meldung helfe weiter. © dpa-infocom, dpa:260708-930-355920/1