Datum08.07.2026 21:35
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Präsident Donald Trump wechselt kurzfristig von einem geschenkten neuen Regierungsflugzeug aus Katar auf eine ältere Air Force One für seine Reise nach Großbritannien. Trump begründet dies mit Nostalgie. Spekulationen reichen von Sicherheitsbedenken im Hinblick auf Iran bis hin zu technischen Fragen bezüglich der Fähigkeiten des neuen, 400 Millionen Dollar teuren Jets. Das neue Flugzeug soll trotzdem zur Besichtigung nach Großbritannien geflogen werden.
InhaltDer US-Präsident steigt auf seiner Reise nach Großbritannien doch nicht in den Flieger aus Katar, nach eigener Aussage nimmt er "der alten Zeiten wegen" lieber eine ältere Air Force One. Steckt mehr dahinter? Vor wenigen Tagen ist US-Präsident Donald Trump zum ersten Mal mit dem neuen Regierungsflieger geflogen, ein Geschenk aus dem Golfemirat Katar. Unerwartet reist er nun aber doch lieber mit einer älteren Air Force One vom Nato-Gipfel in der Türkei nach Großbritannien. Der Grund? Unklar. Auf Truth Social kündigte Trump an, er werde "der alten Zeiten wegen" die Maschine wechseln für seine Reise zum Luftwaffenstützpunkt Mildenhall in England. Das neue Flugzeug solle aber dennoch dorthin fliegen, damit es besichtigt werden könne. "Ein kurzer Flug, der sich absolut lohnt", schreibt Trump, "damit unsere großartigen Militärhelden unseren schönen Neuzugang in der Luftwaffenflotte bewundern können." Der unerwartete Jet-Wechsel schürt jedoch auch Spekulationen: Auf einer Pressekonferenz sprach ein "New York Post"-Journalist von Gerüchten über eine mögliche Gefahr für den US-Präsidenten durch Iran. Ohne auf den Grund für seinen geänderten Reiseplan einzugehen, antwortete Trump allgemein zum hohen Risiko für US-Präsidenten: "Ich bin die Nummer 1 auf der Todesliste von Iran", sagte er. Der US-Sender CNN hingegen berief sich auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person, der zufolge Fragen zu den "Fähigkeiten" des neuen Flugzeugs im internationalen Einsatz aufgekommen waren. Gemeint dürften wohl Verteidigungsmöglichkeiten im Falle eines Angriffs sein. Die Maschine vom Typ Boeing 747 soll Berichten zufolge einen Wert von etwa 400 Millionen US-Dollar haben. Die US-Regierung hatte sie im Mai 2025 trotz scharfer Kritik als Geschenk des Golfemirats Katar angenommen. Demokraten sprachen von "blanker Korruption". Trump verteidigte seine Entscheidung als kostengünstige Lösung für die Modernisierung der in die Jahre gekommenen Präsidentenflotte. Er schwärmte bereits mehrfach von dem Jumbojet, der "wunderschön" sei. Auf der Webseite des Flugdatendienstes Flightradar24 war am Abend zu sehen, wie sich die neue katarische Maschine bereits im Landeanflug auf den Luftwaffenstützpunkt Mildenhall in Großbritannien befand.