Nato-Gipfel: Donald Trump erwägt neue Angriffe gegen den Iran

Datum08.07.2026 19:10

Quellewww.zeit.de

TLDRBeim Nato-Gipfel zeigte sich US-Präsident Trump trotz neuer Angriffe gegen den Iran optimistisch. Er bezeichnete die Stimmung als "unglaubliche Liebe" und verteidigte das Vorgehen gegen den Iran als "schnell vorbei". Nato-Generalsekretär Rutte hob die Geschlossenheit des Bündnisses hervor und kündigte Rüstungsdeals über 50 Milliarden Dollar und Infrastrukturinvestitionen für die Treibstoffversorgung an. Bundeskanzler Merz bestätigte die Stärkung der Nato und Deutschlands Bemühungen zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben.

InhaltDer US-Präsident spricht in Ankara von "Liebe" unter den Nato-Partnern. Eine neue Eskalation im Irankrieg sieht er nicht. "Es wird schnell vorüber sein", sagte Trump. US-Präsident Donald Trump hat zum Abschluss des Nato-Gipfels sein Vorgehen im Irankrieg verteidigt. Darauf angesprochen, ob der Krieg vor einer neuerlichen Eskalation stehe, sagte Trump in Ankara: "Nichts wird wieder aufflammen, es wird schnell vorüber sein." Die USA hatten in der Nacht zu Mittwoch neue Angriffe gegen den Iran geflogen. Als Grund nannte das US-Militär mutmaßliche Angriffe des Iran auf Tanker in der Straße von Hormus. In Ankara sagte Trump, man erwäge weitere "harte" Schläge auch in der kommenden Nacht. Den Nato-Gipfel bilanzierte Trump ausschließlich positiv: "Wir hatten eine großartige Zeit." Explizit bedankte sich der US-Präsident bei Nato-Generalsekretär Mark Rutte, von dem eine "vereinende Kraft" ausgehe. Trump lobte auch die Stimmung unter den Staats- und Regierungschefs beim Nato-Gipfel. "Ich möchte nur sagen, dass in diesem Raum eine unglaubliche Liebe herrschte", sagte Trump. Auch Rutte betonte in seinem Abschlussstatement die Geschlossenheit des Militärbündnisses. "Die Botschaft ist einfach: Die Nato liefert", sagte der Nato-Generalsekretär. Was man beim Gipfel im vergangenen Jahr verabredet habe, werde nun umgesetzt – so entstehe eine "stärkere, fairere, fähigere Nato". Rutte verwies auf umfangreiche Rüstungsdeals, die auf dem Gipfel geschlossen worden seien. Laut Abschlusserklärung haben diese einen Umfang von mehr als 50 Milliarden US-Dollar (mehr als 43 Milliarden Euro). Außerdem kündigte der Generalsekretär eine Verbesserung der Treibstoffversorgung für Nato-Truppen an. Details würden noch verhandelt, aber es handele sich um ein Infrastrukturinvestment von 27 Milliarden Euro, das auch den Bau von Pipelines in Richtung östlicher Nato-Mitgliedsstaaten umfasse, sagte Rutte. Man wolle "die Treibstoffversorgungskette der Nato stärken und sicherstellen, dass unsere Streitkräfte über die Energieversorgung verfügen, die sie für ihre Einsatzbereitschaft im Kriegsfall benötigen". Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte dazu, die Nato-Streitkräfte bräuchten Infrastruktur und Versorgung. Dazu gehöre natürlich auch die Versorgung mit Sprit. "Finale Entscheidungen" gebe es in der Sache bisher aber nicht, sagte Merz. Die Substanz der Nato sieht auch der Bundeskanzler durch den Gipfel gestärkt. "Die Nato bleibt für uns alle ein einziger großer Vorteil", sagte Merz. Das gelte für Europa, für Kanada und auch für die USA. Wir bauen eine "europäische Nato, damit die Nato transatlantisch bleiben kann". Deutschland wird das Fünf-Prozent-Ziel der Nato laut Merz "deutlich vor der Zeit erreichen". Man habe die Verteidigungsausgaben schon jetzt auf 125 Milliarden Euro angehoben, man lasse "den Worten Taten folgen"" sagte Merz. Die "Trittbrettfahrerei" der Europäer sei vorbei. Wie Trump lobte auch Merz ausdrücklich die Verhandlungsführung von Mark Rutte. Er sei "der beste zu seiner Zeit" und habe den Erfolg des Gipfels möglich gemacht.