Wärmewende: Wärmepumpe XXL beheizt Industriehallen

Datum25.11.2025 17:06

Quellewww.zeit.de

TLDRGetec hat eine große Wärmepumpenanlage für die SMS Group in Hilchenbach errichtet, die 50.000 Quadratmeter Industriefläche beheizt. Die neue Anlage ersetzt ein fossiles Heizwerk und soll jährlich 6.000 Tonnen CO2 einsparen. Mit über sieben Millionen Euro Investition und Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums ist sie eine der größten Luft-Wasser-Wärmepumpenanlagen Deutschlands. Das Power-to-Heat-System zeigt, wie die industrielle Dekarbonisierung vorangetrieben werden kann, betont Getec-Chef Thomas Stephanblome. SMS engagiert sich ebenfalls für nachhaltige Stahlproduktion.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wärmewende“. Lesen Sie jetzt „Wärmepumpe XXL beheizt Industriehallen“. Können auch Industriehallen mit Wärmepumpen im XXL-Format beheizt werden? Ja, sagt der Magdeburger Energiedienstleister Getec. Für den Anlagenbauer SMS Group hat das Unternehmen jetzt am SMS-Standort Hilchenbach im Siegerland eine neue Wärmepumpenanlage gebaut. Beheizt werden damit rund 50.000 Quadratmeter Hallen, Büros und die Kantine, wie die beiden Unternehmen mitteilten. SMS beschäftigt in Hilchenbach rund 1.600 Menschen. Getec ist Betreiber der Anlage, die ausschließlich mit klimaneutral erzeugtem Strom betrieben werden soll. SMS bezieht die Wärme im Rahmen eines Pachtmodells. Die Anlage ersetzt ein ebenfalls von Getec betriebenes Heizwerk aus dem Jahr 2004, das mit fossilen Brennstoffen lief. Jährlich würden durch die neue Anlage rund 6.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart, hieß es. Es handele sich um eine der größten Luft-Wasser-Wärmepumpenanlagen Deutschlands. "Das Power-to-Heat-System in Hilchenbach zeigt, wie industrielle Dekarbonisierung heute schon funktioniert – wirtschaftlich, modular und ganz ohne fossile Energie", sagte Getec-Chef Thomas Stephanblome. Investiert wurden nach Angaben einer Getec-Sprecherin mehr als sieben Millionen Euro. Vom Bundeswirtschaftsministerium gab es dabei mehr als eine Million Euro Zuschüsse. Die Anlage funktioniert zweistufig. Zunächst erhitzen vier Luft-Wasser-Wärmepumpen das Heizwasser auf 65 Grad, in einer zweiten Stufe steigern drei Wasser-Wasser-Wärmepumpen die Temperatur auf 85 Grad. Ist es draußen besonders kalt, kommt ein elektrischer Kessel zum Einsatz, der 95 Grad schafft. Das heiße Wasser wird in zwei jeweils 1000 Kubikmeter fassenden Speichern zwischengelagert. Dies garantiere die Wärmeverfügbarkeit auch bei Spitzenbedarf, so die Unternehmen. Die neue Anlage sei ein "Aufbruchssignal für alle unsere weiteren Standorte"., sagte SMS-Finanzchefin Fabíola Fernandez. Die SMS group treibe die Dekarbonisierung der weltweiten Stahlindustrie voran. "Genauso wichtig ist es uns aber, Verantwortung im eigenen Haus zu übernehmen und Nachhaltigkeit auch in unseren Werken konsequent umzusetzen."  SMS baut unter anderem in Nordschweden ein Stahlwerk, das vollständig mit grünem Wasserstoff betrieben werden soll. Für den deutschen Stahlhersteller Thyssenkrupp baut SMS in Duisburg eine Anlage, mit der Stahl klimafreundlicher hergestellt werden soll. © dpa-infocom, dpa:251125-930-340087/1