Ernährung: Kinder weltweit essen zu wenig pflanzliche Lebensmittel

Datum08.07.2026 17:37

Quellewww.spiegel.de

TLDREine neue Analyse der Tufts Universität zeigt, dass Kinder weltweit zu wenig pflanzliche Lebensmittel essen, die für Wachstum und Nährstoffzufuhr wichtig sind. Während in vielen Ländern der Konsum mit dem Alter steigt, sinkt er in einkommensstarken Ländern wie den USA. Dies wird auf zunehmende Selbstständigkeit und ungesunde Essensentscheidungen bei älteren Kindern und Jugendlichen zurückgeführt. Die Studienergebnisse betonen die lebenslange Auswirkung früh geprägter Ernährungsgewohnheiten.

InhaltIn den USA verlernen Jugendliche offenbar, sich gesund zu ernähren – das haben Forschende herausgefunden. In anderen Ländern ist jedoch ein gegensätzlicher Trend zu beobachten. Besonders Kinder sollten sich in jungen Jahren von Obst, Gemüse, Nüssen, Samen und Hülsenfrüchten ernähren. Diese Lebensmittel sind reich an essenziellen Nährstoffen wie Protein und Calcium, die das Wachstum fördern. Doch Kinder essen ebendiese Nahrungsmittel weltweit nach wie vor zu wenig, wie eine neue Analyse der privaten Tufts Universität in Medford, Massachusetts (USA) zeigt. Die Forschenden analysierten Daten zu Ernährungsgewohnheiten von Kindern aus fast 30 Jahren. Ihre Ergebnisse erschienen bei "BMJ Global Health" . Aufschlussreich ist ihr Befund zum Land von Chips, Burgern und Pommes: In den USA nahm der tägliche Verzehr gesunder pflanzlicher Lebensmittel mit zunehmendem Alter ab – von einem der höchsten Werte weltweit im frühen Kindesalter auf einen der niedrigsten Werte in der späteren Kindheit und Jugend. Das Muster steht den Forschenden zufolge im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern, wo Kinder mit zunehmendem Alter mehr Gemüse essen. Allgemein gelte: "Ernährungsgewohnheiten, die in der Kindheit geprägt werden, können die Gesundheit ein Leben lang beeinflussen", sagt die Autorin der Studie, Sydney Yearley, die an der Tufts Universität promoviert. Die Zahlen böten ihr zufolge wichtige Anhaltspunkte, um die Ernährung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Für ihre Analyse nutzten die Forschenden Daten aus der Global Dietary Database. Diese enthält Informationen darüber, was Menschen weltweit essen und trinken. Mithilfe eines statistischen Modells untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Ernährungserhebungen aus 185 Ländern sowie Verzehrtrends von fünf pflanzlichen Lebensmitteln in den Jahren zwischen 1990 und 2018: Obst, nicht stärkehaltiges Gemüse, stärkehaltiges Gemüse (ausgenommen Kartoffeln), Bohnen/Hülsenfrüchte sowie Nüsse/Samen. Das Ergebnis: In Südasien, etwa in Pakistan, ernähren sich Kinder und Jugendliche am wenigsten von gesundem Gemüse; in Ost- und Südostasien, etwa in Vietnam, am meisten, was vorwiegend auf nicht stärkehaltiges Gemüse zurückzuführen ist. Die Forschenden stellten außerdem fest, dass der Verzehr der entsprechenden Lebensmittel in allen Regionen mit zunehmendem Alter anstieg – außer in Ländern mit hohem Einkommen wie den USA. Die Forschenden vermuten, dass dies damit zusammenhängt, dass Kinder und Jugendliche dort eigenständiger aufwachsen. Deshalb kaufen sie offenbar mit steigendem Alter selbst Essen, und das ist dann oft ungesund.